Pflegeheime

Der Streit um die Betreuungskosten in den Pflegeheimen

Susanne Hochuli soll «im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten entsprechend Einfluss nehmen», fordert die Seniorenvereinigung.

Susanne Hochuli soll «im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten entsprechend Einfluss nehmen», fordert die Seniorenvereinigung.

Die Seniorenlobby schaltet sich in die Diskussion um den Tarifwirrwarr ein. Sie fordert Sozialdirektorin Susanne Hochuli auf, für eine transparente und nachvollziehbare Verrechnung der Betreuungsleistungen zu sorgen.

Die Forderung der Vereinigung aktiver Aargauer Senioren (VAAS) rennt im Grunde offene Türen ein: Seit längerem ist ein Auftrag des Departements Gesundheit und Soziales an die Spital- und Heimvereinigung Vaka hängig, ein Konzept für ein einheitliche(re)s System zur Berechnung der Betreuungskosten in Alters- und Pflegeheimen zu unterbreiten.

Die Kosten für einen Heimaufenthalt gliedern sich auf in Pflege (hauptsächlich von Krankenkassen und Gemeinden finanziert), Pension und Betreuung (von den Bewohnern vollständig selbst zu bezahlen).

Die Pensionskosten sowieso, aber auch die Tarife für die nicht ganz einfach von Pflege und reiner Hotellerie abzugrenzende Betreuung schwanken von Heim zu Heim enorm. Manche veranschlagen eine Pauschale, andere orientieren sich an den Pflegestufen.

Das macht es für die Bewohner und ihre Angehörigen schwer vergleichbar, in welchem Heim sie für was genau wie viel bezahlen müssen. Die Bandbreite reicht von weniger als 30 bis weit über 100 Franken Betreuungskosten – pro Tag.

Pauschal oder individuell?

Die Verrechnung von Betreuungsleistungen müsse von den Bewohnern als fair und gerecht empfunden werden können, fordert deshalb die Seniorenvereinigung. Das und der diesbezügliche Handlungsbedarf sind an sich unbestritten.

Das Problem: Die Vaka tendierte bis anhin zu einem Pauschalsystem, da unter dem Strich der Betreuungsaufwand für alle Heimbewohner in etwa der gleiche sei. Die Seniorenvereinigung VAAS dagegen verlangt einen abgestuften Tarif, weil die Bewohner auf einen ganz unterschiedlichen Umfang an Betreuungsleistungen angewiesen seien.

Hochuli soll Druck machen

In einer Eingabe an Regierungsrätin Susanne Hochuli schlägt die Seniorenvereinigung folgendes Modell vor: Eine Grundpauschale für generelle Betreuungsaufgaben, die allen Heimbewohnern zugute kommen.

Dazu ein «mindestens» dreistufiger Tarif für individuelle Betreuungsleistungen. Sie möge «im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten entsprechend Einfluss nehmen», wird Susanne Hochuli in einem Schreiben der Seniorenvereinigung gebeten.

Bisher habe man beim Spital- und Heimverband Vaka auf Granit gebissen, sagt Vorstandsmitglied Christoph Steinmann. Es habe geheissen, der Vorschlag sei bei ihren Mitgliedern chancenlos.

Erst an der VAAS-Generalversammlung vom 4. April habe der als Gast anwesende Vaka-Vertreter dann signalisiert, man werde das Modell der Seniorenvereinigung in den Gesprächen mit dem Departement Gesundheit und Soziales berücksichtigen.

Vaka-Geschäftsführer Beat Huwiler bestätigt, dass inzwischen ein Konzept für eine einheitlichere Gestaltung der Betreuungstarife in erster Lesung mit dem Departement besprochen worden ist. Es soll auf 2014 umgesetzt werden können.

Über Details zum Inhalt gibt es noch keine Auskunft. Dass nun nicht mehr von einem reinen Pauschalsystem, sondern von einer «Basispauschale für das Grundangebot» die Rede ist, lässt aber vermuten, dass man sich näher gekommen ist.

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