Autobahnstau

Der Regionalpolizist weiss: Staus umfahren lohnt sich definitiv nicht

Über Wildegg und Lenzburg auszuweichen, spart nur in Ausnahmefällen Zeit. Trotz der vielen Baustellen: Automobilisten sollen sich also weiterhin gedulden, das meint auch Markus Basler von der Regionalpolizei Lenzburg.

Seit 2009 wird auf der A1 zwischen Birrfeld und Aarau gebaut. Von der Verzweigung Birrfeld bis zum Bünztalviadukt sind die Sanierungsarbeiten beendet. Doch bei Lenzburg sind die Arbeiten weiter in vollem Gange. Dort wird neben einer Halbüberdeckung Richtung Zürich auch der Strassenbelag erneuert. Bei so einer grossen Baustelle sind Staus zu den Stosszeiten programmiert. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer stellen sich die Frage: Würde es sich nicht lohnen, ab der Autobahn zu fahren und so dem Stau auszuweichen?

Danach folgt sogleich die nächste Frage: Wo fährt man am besten durch? Wer in der Rushhour beispielsweise von Aarau nach Baden möchte, hätte drei Varianten zur Auswahl: Eine führt über die Staffelegg und über die Autobahn im Fricktal. Die zweite Option wäre, nach der Zubringerautostrasse T5 über Möriken-Wildegg und Brugg zu fahren. Und der dritte Weg führt nach der T5 durch Schafisheim über Lenzburg und Mellingen nach Baden.

Baustellen in Möriken-Wildegg

Die erste Variante ist zwar von der Strecke her die längste, aber wohl trotzdem diejenige, die die Nerven am meisten schont. Denn auf der Fricktaler Autobahn gibt es verhältnismässig wenig Verkehr.

Will ein Autofahrer über Möriken-Wildegg ausweichen, präsentiert sich schon das nächste Problem. Mitten im Dorf wird beim Bärenkreisel kräftig gebaut. «Es fahren täglich rund 20'000 Autos durch unsere Gemeinde. Das mag es zusammen mit den Baustellen einfach nicht leiden. Ein Durchkommen zu Stosszeiten ist sehr schwierig und nervenaufreibend», sagt Pascal Chioru, Gemeindeschreiber in Möriken-Wildegg.

Denn neben dem Bärenkreisel gibt es ja auch noch eine zweite Baustelle in Möriken-Wildegg: den Veloweg Richtung Rupperswil. Obwohl die Situation im Dorf derzeit nicht einfach ist, meint Chioru, dass es gar nicht so schlecht klappe. «Beide Bauprojekte sollten bis im Juni fertiggestellt werden. Damit rechnet zumindest der Kanton. Dann wird es auch bei uns wieder ein wenig ruhiger», so Chioru.

Schritttempo durch Lenzburg

«Zu Rushhour-Zeiten, so gegen 17 Uhr, steht der Verkehr bei der Kernumfahrung Lenzburg mehr oder weniger still. Mehr als Schritttempo ist nicht möglich», sagt Markus Basler, Abteilungschef für Strasse und Verkehr bei der Regionalpolizei Lenzburg. Doch das habe nicht viel mit der Situation auf der A1 zu tun. Die Baustelle habe das Ganze nur wenig intensiviert.

Wenn es auf der A1 aber zu einem Unfall kommt, ist das Durchkommen noch schwieriger. «Die Wohnquartiere sind vom Mehrverkehr eher nicht betroffen, da wohl nur ortsunkundige Fahrer die vermeintliche Abkürzung über Lenzburg nehmen. Und diese fahren nicht durch die Quartiere», fügt Basler an.

Dafür haben Lenzburgs Anwohner der Autobahn derzeit nichts zu lachen. «Die Anwohner nehmen den aktuellen Mehrverkehr und Lärm aber billigend in Kauf. Denn sie wissen, dass es bald – wenn in rund eineinhalb Jahren die Arbeiten beendet sind – wieder besser wird», sagt Christoph Hofstetter, Stadtschreiber in Lenzburg.

Abschliessend hat Regionalpolizist Basler einen Ratschlag für die Autofahrer parat: «Bleiben Sie wenn immer möglich auf der Autobahn. Mit Ausweichen ist man nicht schneller, ausser bei grossen Unfällen.»

Welche Schleichwege kennen Sie, um dem Stau auszuweichen? Kommentieren Sie mit.

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