Kanton Aargau

Der Regierungsrat will 16,5 Millionen Franken für den Naturschutz ausgeben

Die Aargauer Regierung gibt ein neues Programm für den Natur- und Landschaftsschutz in die öffentliche Anhörung – die erste Fünfjahres-Etappe soll ab dem Jahr 2021 wirken.

Der Kredit für das laufende Mehrjahresprogramm «Natur 2020» läuft Ende nächstes Jahr ab. Für die fünfjährige Etappe des Nachfolgeprogramms «Natur 2030» beantragt die Regierung nun einen Verpflichtungskredit von 16,5 Millionen Franken. Das sind knapp 2 Millionen mehr als für das nun auslaufende Programm für 2016 bis 2020.

9,1 Millionen Franken für das neue Programm wird der Kanton aufbringen, 7,4 Millionen kommen gemäss einer Vereinbarung vom Bund. Die Regierung erwartet, dass das in Zusammenarbeit mit Gemeinden und Organisationen ausgelöste und oft durch weitere Geldgeber unterstützte Investitionsvolumen am Schluss sogar das Drei- bis Vierfache des Kantonsanteils bringen wird.

«Milderung der Wirkungen des Klimawandels»

Das neue Programm soll laut Regierungsrat dem Schutz der Landschaft sowie der Sicherung, Aufwertung und Vernetzung von Lebensräumen dienen. Geplant ist die gezielte Förderung von Tier- und Pflanzenarten, ausserdem trage das Programm auch «zur Milderung der negativen Auswirkungen des Klimawandels bei», verweist die Regierung auf die aktuelle Klimadebatte.

Die Vorschläge gehen jetzt bis 24. Januar in eine Anhörung. In Kenntnis der Rückmeldungen wird der Regierungsrat danach eine Botschaft an den Grossen Rat aus- und ihm unterbreiten. Nach aktueller Planung soll das Parlament im Herbst 2020 darüber debattieren und entscheiden.

Das Problem: Die Natur ist gerade in den städtischen Ballungsräumen schon sehr belastet. Seit 1990 ist die Aargauer Bevölkerung um rund einen Drittel gewachsen. Mit dem erwarteten Bevölkerungswachstum von weiteren rund 20 Prozent bis 2040 nimmt auch die Beeinträchtigung der Aargauer Natur durch intensive Nutzung, Verkehr, Lichtimmissionen, Naherholung und Freizeitaktivitäten zu.

Ausserdem führt der Klimawandel zu Veränderungen der Artenzusammensetzung. Die Regierung erwartet, dass sich Hitze- und Trockenheitsereignisse namentlich auf Feuchtlebensräume nachteilig auswirken, was gezielte Aufwertungsmassnahmen sowie Anpassungen der Pflegekonzepte erfordere.

So soll das Geld eingesetzt werden

Mit dem Geld soll ein kantonales Landschaftskonzept erstellt und das Artenschutzkonzept ergänzt werden. So sollen zum Beispiel 15 Hektaren Trockenwiesen und -weiden sowie zehn Hektaren Amphibienlaichgebiete aufgewertet und Laichgewässer gebaut werden. Geplant sind kleinere Flachmoor-Aufwertungen und Optimierungen.

Dazu kommen fünf neue Arten-Förderprogramme und zehn neue Aktionspläne, namentlich für Brutvögel (etwa Kiebitz und Feldlerche), Amphibien, Insekten und Pflanzen. Andere Beispiele sind Weiterbildungsangebote für Gemeinden, Familienexkursionen und vieles mehr.

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