Der Platz steht Fahrenden zu

Eva Berger
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Fünf offizielle Plätze auf der ganzen Kantonsfläche reichen nicht aus, damit die Jenischen und Sinti ihre Lebensweise so weiterführen können, wie es ihrer Kultur entspricht. Die Forderung nach mehr Plätzen im Aargau ist nicht überrissen. Die Schweizer Jenischen und Sinti sind anerkannte Minderheiten, es steht ihnen zu, dass ihre Kultur geschützt wird, wovon das Nomadentum ein entscheidender Teil ist. Bund und Kantone haben das erkannt, aber in der Bevölkerung regt sich immer noch Widerstand. Wie seit sieben Jahren in Merenschwand.

Wo Wagenburgen errichtet werden, wird Müll hinterlassen, werden Frauen belästigt und Anwohner übers Ohr gehauen. So die gängigen Vorurteile. Dass sie Misstrauen und Diskriminierung gegenüberstehen, gehört seit je her zum Alltag Fahrender. Offizielle Plätze können da Abhilfe schaffen: Wer sie auf Anmeldung benützt, ist registriert und kann zu Rechenschaft gezogen werden, sollte er sich nicht an die Auflagen halten. Dass es mit dem Betrieb wenig Probleme gibt, ist zudem eine Tatsache, ein reibungsloser Aufenthalt auf den jetzigen fünf Plätzen sei die Regel, sagt der kantonale Fachstellenleiter.

Es ist Zeit, dass die Fahrenden nicht mehr wegen einiger schwarzer Schafe verunglimpft werden, sondern man ihnen den Platz gibt, der ihnen zusteht. Sie sollen endlich auch in der Bevölkerung als Teil der Gesellschaft anerkannt werden. Denn das sind sie jetzt, sie waren es schon immer und sie sollen es auch bleiben.