Schönenwerd
Der Ortskern soll gepflegt werden und nicht im Verkehr untergehen

Obwohl vor zwei Jahren das Projekt einer Zentrumsentlastung abgelehnt wurde, soll das Ortsbild von Schönenwerd erhalten bleiben. Den Rahmen dazu bildet das Agglomerationsprogramm AareLand des Bundes.

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Mit dem Gesamtprojekt soll auch die Sanierung der Oltnerstrasse angegangen werden. Bruno Kissling

Mit dem Gesamtprojekt soll auch die Sanierung der Oltnerstrasse angegangen werden. Bruno Kissling

Der Dorfkern von Schönenwerd ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als Ortsbild von nationaler Bedeutung enthalten.

Das hohe Verkehrsaufkommen bestimmt jedoch immer mehr den historisch gewachsenen Dorfkern der Gemeinde Schönenwerd und führt zu einer abnehmenden Attraktivität in den Bereichen Wohnen und Arbeiten (Gewerbe/Industrie).

Der Dorfkern umfasst die Gebiete Bally-Areal, Bally-Park und den Dorfkern West, der an das Bahnhofgebiet der SBB grenzt.

In der ersten Hälfte der 1990er-Jahre war ein Projekt zur verkehrstechnischen Entlastung des Dorfkerns lanciert worden. Für den Bau der Dorfkernentlastung (Entlastungsstrasse und Rückbau Oltnerstrasse) liegen aus dem Jahr 2003 genehmigte Erschliessungspläne vor.

Im Februar 2011 hat die Einwohnergemeinde den Projektierungskredit jedoch deutlich verworfen.

Gesamtprojekt des Bundes

Im Rahmen des Agglomerationsprogrammes AareLand (zweite Generation) prüft der Bund zurzeit die Mitfinanzierung eines Projekts, das sich aus drei Teilprojekten zusammensetzt.

Die Mitfinanzierung ist dabei an die folgenden Fristen für die Realisierung der einzelnen Teilprojekte (TP) gebunden: 1. Siedlungsentwicklung (2013 bis 2015); 2. Intermodale öV-Drehscheibe (2014 bis 2015, Vorprojekt, respektive 2016 bis 2018; 3. Zentrumsdurchfahrt ab 2016.

Die Gemeinde Schönenwerd wird im Agglomerationsprogramm AareLand der Kategorie «Urbane Entwicklungsräume» zugeordnet. Diese zeichnen sich durch eine gute Erreichbarkeit mit motorisiertem Individualverkehr (MIV) und öffentlichem Verkehr (öV) aus.

Hier würden laut Gemeinderat drei räumliche Entwicklungsziele (Ziel-Szenario 2020) angestrebt: Bestehende städtebauliche Qualitäten sollen, wo angebracht, aufgewertet werden; Gebiete in Bahnhofsnähe sind als Subzentren zu fördern, und die Gemeinden sollen sich durch eine hohe Wohn- und Arbeitsqualität auszeichnen.

Wohndorf mit Subzentrumsfunktion

Ausserdem charakterisiert sich die Einwohnergemeinde im aktuellen Leitbild (vom 17. Februar 2009) als Wohndorf mit Subzentrumsfunktion für die Region.

Dazu hält der Gemeinderat fest: «Um die historischen Qualitäten des Dorfes (insbesondere in Bezug auf die Industrie Bally) zu erhalten und zu fördern sowie die zentrale Lage des Dorfkerns zu nutzen, sind die heute nach wie vor bestehenden Probleme anzugehen.»

Mit dem im Agglomerationsprogramm AareLand vorgesehenen Gesamtprojekt sollen einerseits die oben genannten Probleme und andererseits der Sanierungsbedarf der Oltnerstrasse angegangen werden.

Die deutliche Ablehnung der Dorfkernumfahrung interpretiert der Gemeinderat als klares Signal, dass die Verkehrsführung des Durchgangsverkehrs über die Oltnerstrasse von der Bevölkerung akzeptiert wird.

In einem ersten Schritt sieht der Gemeinderat vor, ein Siedlungsentwicklungskonzept für das Areal innerhalb des Projektperimeters zu erarbeiten. Dabei seien die kommunalen sowie regionalen Gegebenheiten unbedingt zu beachten.

Die weiteren Schritte befassen sich laut Gemeinderat mit dem Verkehr (motorisierter sowie öffentlicher Verkehr). Es sollen Betriebs- und Gestaltungskonzepte für den öffentlichen und motorisierten Verkehr im Bereich des Dorfkerns erstellt werden.

Übergeordnete Zielsetzung

Das übergeordnete Ziel der Projektarbeiten ist die Aufwertung des Areals inklusive Strassenraum innerhalb des Projektperimeters unter Berücksichtigung der gewachsenen Strukturen sowie der kantonalen Vorgaben (ISOS, geschützte Objekte oder erhaltenswerte Grün- und Freiraumstrukturen). Es wird eine Ist-Analyse vorgenommen. (KEL)

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