Der erst seit 1. Januar 2014 tätige CEO Markus Gautschi hat laut Mitteilung der PDAG auf Ende Jahr gekündigt und verlässt das Haus schon Ende Juni. Unterschiedliche Auffassungen bei der Umsetzung der neuen Organisationsstruktur hätten Gautschi zu seinem Schritt bewogen, heisst es in der Meldung.

Die von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung initiierte neue Struktur war per 1. Januar 2015 in Kraft getreten. Anfangs Dezember 2014 hatten Angestellte gegen die Reorganisation protestiert. Laut Mitteilung wird auch die Leiterin Human Resources, Gabriele Schmid-Riedo, die PDAG verlassen.

Nachfolger von Christoph Ziörjen

Markus Gautschi war Nachfolger von Christoph Ziörjen, der 2013 nach sieben Jahren als Leiter der PDAG gekündigt hatte. Noch ein Jahr zuvor war VR-Präsident Patrick Wagner «wegen unterschiedlichen Auffassungen über die Strategie in einem schwierigen Umfeld» gegangen.

Interimistisch führt Dieter Keusch ab anfangs Juli die PDAG, bis eine Nachfolgeregelung gefunden ist. Keusch hat bis zu seinem Rücktritt gegen Ende 2014 25 Jahre lang erfolgreich das Kantonsspital Baden geführt. Keusch sei von seiner Persönlichkeit und seiner riesigen Erfahrung her «jemand, der in der Lage ist, hier wieder Stabilität und Sicherheit zu bringen», sagt Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth. Sie rechnet damit, dass die Stelle bis in 10 bis 12 Monaten wieder besetzt sein kann.

Bleibt Roth der PDAG erhalten oder ist mit noch einer Vakanz zu rechnen? Roth schüttelt den Kopf: «Ich bin seit drei Jahren da und eben wiedergewählt worden. Verantwortung zu übernehmen heisst auch, in Krisensituationen hinzustehen, und Lösungen zu finden, die die PDAG weiter bringen.»

«Auswirkungen nicht voraussehbar»

Aber was läuft denn schief? Eine neue Organisationsstruktur sei für jede Unternehmung «ein Veränderungsprozess mit Auswirkungen, die man nicht voraussehen kann», so Roth. Diese hatte auch eine andere Zusammensetzung der Geschäftsleitung zur Folge: «Dadurch kamen andere Persönlichkeiten zusammen, die sich finden und ein Team formieren mussten. Dann können auch Diskussionen aufkommen, die für den einen oder anderen nicht stimmen.»

Stimmte also einfach die «Chemie» nicht oder dominierten inhaltliche Differenzen? «Weder das eine noch das andere», antwortet Roth: Von aussen sei man sich vielleicht gar nicht so bewusst, wie gross die Veränderungen ausgefallen sind. . So wurde etwa die stationäre Behandlung in Königsfelden mit dem externen, ambulanten Psychiatrischen Dienst zusammengeführt und unter eine Verwortung gestellt. Das habe «einige Bewegung ausgelöst». Das sei für die Beteiligten nicht immer einfach gewesen. Anderseits komme man im Leben nicht ohne Veränderungsprozesse aus.