Aarburg

Der legendäre Aarburger Musikclub «Moonwalker» schliesst nach 15 Jahren

Der Moonwalker-Club in Aarburg schliesst seine Türen

Der Moonwalker-Club in Aarburg schliesst seine Türen

Der Moonwalker Music Club & Lounge an der Bahnhofstrasse in Aarburg schliesst seinen Betrieb per Ende Juni 2014. Im Interview erklärt Peter Siegrist, der über 500 Konzerte in seinem Lokal organisierte, weshalb es dazu kommt.

Wer sich für hochstehende Blues- und Rockmusik interessiert, kam in den letzten fünfzehn Jahren nicht am Aarburger Moonwalker vorbei. Über 500 Konzerte mit regionalen, nationalen und internationalen Bands organisierte Peter «Segi» Siegrist im alten Aarburger Kino. Nun ist Schluss, Siegrist und sein Mitbesitzer Peter Luternauer haben gestern bekannt gegeben, dass am 28. Juni der letzte Anlass an der Bahnhofstrasse 50 stattfinden wird.

Peter Siegrist, Sie schliessen den Moonwalker Ende Juni. Wieso?

Peter Siegrist: Es war ein langer Prozess, bis Peter Luternauer und ich im vergangenen Herbst fanden, es sei nun so weit, wir haben unsere Arbeit geleistet und Spass dabei gehabt. Die Frage war, ob wir noch die Energie dazu haben. Da sagten wir uns schweren Herzens, dass wir die Kündigung einreichen werden. Finanziell könnten wir uns zwar noch gut tragen, wir konnten im Verlauf der Jahre stets Geld auf die Seite legen.

Sie schrieben in der Medienmitteilung, dass Sie vom Kanton zu wenig Unterstützung erhielten. Was meinen Sie damit?

Als wir 1999 anfingen, wollten wir den Moonwalker wieder zu einem Konzerttempel machen, wie dies Urs Güntert zuvor schon gelungen ist. Anfangs war es hart, wir bezahlten uns keinen Lohn und nahmen auch ein Darlehen auf. Nach sieben Jahren gingen dann Partys und Konzerte finanziell auf. Dies brauchte natürlich viel Kraft. Zwei entscheidende Sachen geschahen dann: die Senkung der Promillegrenze sowie das Rauchverbot. Zudem haben wir ein Stammpublikum aufgebaut, das teilweise von weit her kommt und weniger konsumiert. Und da neben den Eintrittspreisen auch die Gastronomie eine Einnahmequelle ist, merkten wir dies dann natürlich im Portemonnaie. Am Anfang wollte der Kanton uns finanziell nicht unterstützen, da wir mehr als eine Bar denn ein kultureller Klub angeschaut wurden. Zudem zahlt das Kuratorium nur Beiträge, wenn man auch von der Stadt unterstützt wird, was für Aarburg natürlich kaum drinlag. Erst 2009 bekamen wir das erste Mal Geld, nachdem wir ein weiteres Gesuch einreichten. Dabei ging es um rund 1000 Franken pro Konzert, was in dieser Dimension fast nichts ist. Beim letzten Gesuch an das Aargauer Kuratorium reichte es mir dann, als eine Beitragserhöhung erneut abgelehnt wurde.

Sie sind seit 15 Jahren mit Herzblut im Moonwalker gestanden. Wie steht es um Ihre Gefühle?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es eine Erlösung, denn jetzt kann ich nicht mehr zurück. Es ist getan. Wir werden nun sicher emotional die Vergangenheit reflektieren. Aber man soll schliesslich dann aufhören, wenn es noch gut ist. Was ich über all die Jahre im Moonwalker erlebt habe, ist unbezahlbar!

Sind potenzielle Nachfolger im Gespräch?

Wir sind im Moonwalker ja Mieter und wie der Vermieter nun weiterfährt, wissen wir nicht. Möglich, dass jemand kommt, der es in irgendeiner Form weiterführen wird.

Und wie geht es jetzt mit Peter Siegrist weiter?

Zuerst kommen nun die administrativen Abschlüsse und die WM, die wir in meiner Bar Key69 zeigen werden. Danach freue ich mich auf die unfreiwillige Sommerpause, da kann ich mich erholen und mich neu orientieren. Ich bin selbst gespannt! Ein paar Ideen sind zwar da, aber wie man mich kennt, informiere ich erst, wenn es konkret ist.

Und was geht noch bis zum definitiven Ende im Moonwalker?

Diesen Freitag werden die Zofinger Music Monkeys ihre CD-Taufe feiern – das wird das letzte Konzert sein. Danach finden noch fünf Partys statt, darunter am 21. Juni eine «Pulp Fiction Party» anstelle der «Ü25». Diese Party war jene, mit der wir starteten und die die Kultur im Moonwalker dazumal ermöglicht hat, indem die Jungen uns tatkräftig und finanziell unterstützten und wir Konzerte organisieren konnten. Zum Schluss nochmals zu diesem coolen, groovigen Sound abtanzen, dann haben wir den Kreislauf schön geschlossen!

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