Übernahme

Der Küchenbauer Franke angelt sich die Armaturenfirma KWC

Die Firma wird von Franke geschluckt: KWC-Sitz in Unterkulm.

Die Firma wird von Franke geschluckt: KWC-Sitz in Unterkulm.

Die Aarburger Küchensystem-Grossfirma Franke übernimmt von IK Investment Partners den Armaturen-Hersteller KWC mit Sitz in Unterkulm: Die Transaktion erfolgt vorbehältlich der Zustimmung durch die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko).

«Für die 139 Jahre alte Marke KWC eröffnen sich in der neuen Konstellation vor allem in den internationalen Märkten neue Chancen und grosse Entwicklungsmöglichkeiten», betont Roland Gloor, CEO und VR-Delegierter der KWC, und doppelt nach: «In den nächsten Wochen werden wir zusammen mit unseren neuen Eigentümern die detaillierten Strategien und Realisierungskonzepte erarbeiten.»

Mit dem Erwerb der KWC baut Franke die Markführerschaft in Küchensystemen weiter aus. Das Aarburger Unternehmen will die Kompetenz und die Innovationskraft im Armaturenbereich stärken und das Angebot im Bereich der Waschraumausstattung erweitern.

Für Alexander Zschokke, CEO der Franke Gruppe, ist das Know-how der KWC «sehr wichtig. Wir erhalten damit den Zugang zum Armaturenbereich.»

Vertrauen in Standort Schweiz

Für den Franke-CEO ergänzen sich «die beiden Schweizer Unternehmen mit langjähriger Geschichte und Kompetenz in Küche und Bad perfekt». KWC sei die Nummer 1 für Armaturen in der Schweiz, Franke wiederum verfüge über ein starkes weltweites Distributionsnetz und biete damit KWC ein neues internationales Wachstumspotenzial.

«Zusammen mit der Tochtergesellschaft Franke Aquarotter in Deutschland können wir unsere Kompetenz im Armaturenbereich erhöhen und die strategische Position des Wassermanagement-Geschäfts weiter ausbauen.» KWC wird als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Franke Gruppe in Unterkulm weitergeführt.

Trotz eines wirtschaftlich rauen Umfeldes setzt KWC weiterhin auf den Produktionsstandort Schweiz. 2012 gab die Firma bekannt, dass sie in den nächsten Jahren rund 6 Millionen Franken in das Werk in Unterkulm sowie in die Entwicklung neuer Produkte investieren will.

Im Zuge der geplanten Produktionsmodernisierung gingen 29 Arbeitsplätze verloren - davon wurde rund ein Drittel über Frühpensionierungen abgebaut. In Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung ist ein Sozialplan erstellt worden; gleichzeitig wurden im kunden- und dienstleistungsorientierten Bereich 6 neue Stellen geschaffen.

Wird es nach der Übernahme der KWC durch das Unternehmen Franke zu einem weiteren Stellenabbau kommen? Zschokke verneint: «Wir sehen keinen Bedarf, Umstrukturierungen vorzunehmen.» Zum Preis der Übernahme will sich der Franke-CEO nicht äussern: «Wir haben mit dem bisherigen Besitzer der KWC, den IK Investment Partners, Stillschweigen vereinbart.»

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