Übernahme
Der Küchenbauer Franke angelt sich die Armaturenfirma KWC

Die Aarburger Küchensystem-Grossfirma Franke übernimmt von IK Investment Partners den Armaturen-Hersteller KWC mit Sitz in Unterkulm: Die Transaktion erfolgt vorbehältlich der Zustimmung durch die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko).

Elisabeth Feller
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Die Firma wird von Franke geschluckt: KWC-Sitz in Unterkulm.

Die Firma wird von Franke geschluckt: KWC-Sitz in Unterkulm.

AZ

«Für die 139 Jahre alte Marke KWC eröffnen sich in der neuen Konstellation vor allem in den internationalen Märkten neue Chancen und grosse Entwicklungsmöglichkeiten», betont Roland Gloor, CEO und VR-Delegierter der KWC, und doppelt nach: «In den nächsten Wochen werden wir zusammen mit unseren neuen Eigentümern die detaillierten Strategien und Realisierungskonzepte erarbeiten.»

Mit dem Erwerb der KWC baut Franke die Markführerschaft in Küchensystemen weiter aus. Das Aarburger Unternehmen will die Kompetenz und die Innovationskraft im Armaturenbereich stärken und das Angebot im Bereich der Waschraumausstattung erweitern.

Franke – ein Weltkonzern aus Aarburg

Die Franke Gruppe mit Sitz in Aarburg beschäftigt weltweit etwa 8500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist mit 67 Tochtergesellschaften in rund 40 Ländern verankert. Franke ist führender Anbieter von benutzerfreundlichen Systemen für die Haushaltsküche, für die professionelle Systemgastronomie, für die Kaffeezubereitung, für die Getränkelieferung und für Hygienelösungen. 1911 in Rorschach von Hermann Franke als Spenglereibetrieb gegründet, verlegte er 1935/1936 das Unternehmen ins Aarestädtchen. Nach dem Tod von Hermann Franke, 1939, übernahm sein Sohn Walter Franke den Betrieb und ab 1975 lag das Eigentum bei Willi Pieper. Seit 1989 ist sein Sohn Michael Pieper Eigentümer. (KBZ)

Für Alexander Zschokke, CEO der Franke Gruppe, ist das Know-how der KWC «sehr wichtig. Wir erhalten damit den Zugang zum Armaturenbereich.»

Vertrauen in Standort Schweiz

Für den Franke-CEO ergänzen sich «die beiden Schweizer Unternehmen mit langjähriger Geschichte und Kompetenz in Küche und Bad perfekt». KWC sei die Nummer 1 für Armaturen in der Schweiz, Franke wiederum verfüge über ein starkes weltweites Distributionsnetz und biete damit KWC ein neues internationales Wachstumspotenzial.

KWC – eine Topfirma aus Unterkulm

Die Firma KWC wird 1874 von Adolf Karrer, einem Hersteller mechanischer Musikspieldosen, gegründet. 1880 wird eine Giesserei angebaut. 1897 tritt Walter Luginbühl in die Firma ein - Startschuss für die Produktion von Armaturen. Die KWC entwickelt, produziert und vertreibt Armaturen für Küche und Bad; das Unternehmen stellt Sanitärarmaturen für Küche und Bad im privaten Bereich, für gewerbliche Küchen, Hotels, öffentliche Gebäude, Spitäler und Heime her. KWC beschäftigt insgesamt 377 Mitarbeitende, davon 339 in der Schweiz. Das Unternehmen verzeichnete 2012 einen Nettoumsatz von 107,5 Millionen Franken. KWC ist seit 2010 ein Unternehmen von IK Investment Partners, Hamburg. (AZ)

«Zusammen mit der Tochtergesellschaft Franke Aquarotter in Deutschland können wir unsere Kompetenz im Armaturenbereich erhöhen und die strategische Position des Wassermanagement-Geschäfts weiter ausbauen.» KWC wird als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Franke Gruppe in Unterkulm weitergeführt.

Trotz eines wirtschaftlich rauen Umfeldes setzt KWC weiterhin auf den Produktionsstandort Schweiz. 2012 gab die Firma bekannt, dass sie in den nächsten Jahren rund 6 Millionen Franken in das Werk in Unterkulm sowie in die Entwicklung neuer Produkte investieren will.

Im Zuge der geplanten Produktionsmodernisierung gingen 29 Arbeitsplätze verloren - davon wurde rund ein Drittel über Frühpensionierungen abgebaut. In Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung ist ein Sozialplan erstellt worden; gleichzeitig wurden im kunden- und dienstleistungsorientierten Bereich 6 neue Stellen geschaffen.

Wird es nach der Übernahme der KWC durch das Unternehmen Franke zu einem weiteren Stellenabbau kommen? Zschokke verneint: «Wir sehen keinen Bedarf, Umstrukturierungen vorzunehmen.» Zum Preis der Übernahme will sich der Franke-CEO nicht äussern: «Wir haben mit dem bisherigen Besitzer der KWC, den IK Investment Partners, Stillschweigen vereinbart.»