AZ-Jasskönig

Der König will es wieder wissen - kann er seinen Triumph wiederholen?

Erster und amtierender AZ-Jasskönig: Thomas Hollinger aus Wil.

Erster und amtierender AZ-Jasskönig: Thomas Hollinger aus Wil.

AZ-Jasskönig Thomas Hollinger kam nach seinem Triumph im Mai nicht mehr zum Jassen – und will sich jetzt langsam wieder herantasten.

Die Freude war bei Thomas Hollinger riesig, als er an jenem Freitagabend Ende Mai 2017 auf Schloss Hallwyl zum ersten AZ-Jasskönig überhaupt gekürt wurde. Nicht nur, weil der Fricktaler aus Wil gewonnen hatte und das nie erwartet hätte – sondern auch, weil seine Mutter gleichentags Geburtstag hatte. Zum 99. Mal. Sie wohnte in der Pflegi Muri. Bevor Hollinger zum Finalturnier antrat, war er noch bei ihr. Und am Sonntag nach dem Sieg folgte für den AZ-Jasskönig die erste Audienz. Nicht, dass er eine gegeben hätte. Vielmehr erwies Hollinger seiner Mutter zum 99. Geburtstag mit der Familie die Ehre im Pflegeheim. Er nahm den Pokal mit. Und es gab, quasi zur Feier des Titels – was wohl? – einen gemeinsamen Jass.

Freude und Trauer

Als die AZ Thomas Hollinger gestern am Handy erreicht, tönt seine Stimme anders. Ende Jahr, am 27. Dezember, musste der Jasskönig von seiner Mutter für immer Abschied nehmen. «Ich habe mit ihr immer viel gejasst, auch noch kurz bevor sie ging», erinnert er sich gerne zurück.
Daneben kam der Leiter der Raiffeisen-Geschäftsstelle in Leibstadt nach seinem Triumph nicht mehr oft zum Jassen. Zu Hause beschäftigte ihn ein Umbauprojekt – Zeit für einen Schieber zwischendurch blieb selten. Dass er letztes Jahr beim AZ-Jasskönig mitgemacht habe, sei «eine Ausnahme» gewesen: «Sonst habe ich kein einziges Turnier gespielt in diesem Jahr.» Umso mehr, sagt Thomas Hollinger, habe er an seinem Titel immer wieder Freude gehabt: «Ich wurde oft darauf angesprochen. Die Leute haben mich erkannt und mir gratuliert.»

Die Sache mit dem Geheimtipp

Jetzt möchte sich der amtierende Jasskönig wieder langsam herantasten. Als Titelverteidiger haben ihm die Organisatoren einen Startplatz in einer Qualifikationsrunde zugesichert. Hollinger hat den 20. April (bei Weinbau Hartmann, Remigen) gewählt. Denn dort wird mit französischen Karten gejasst: «Mit deutschen kann ich es nicht gut», gesteht er ein.
Und mit welchem Ziel geht ein Jasskönig ins neue Turnier? Will, muss, kann er seinen Titel verteidigen? «Wenn möglich», sagt er, «probiere ich das natürlich.» Dann hält er kurz inne. Und fügt lachend an: «Aber wir wissen doch eigentlich alle, dass das praktisch unmöglich ist!» Woran Hollinger in diesem Moment nicht denkt, ist der Geheimtipp, den er vor einem Jahr nach seinem Titelgewinn den AZ-Lesern mit auf den Weg gegeben hatte: «Während eines Turniers keinen Alkohol trinken. Ich nehme zum Beispiel alkoholfreies Bier.»

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