Asylwesen

Der Kanton Aargau verliert gleich mehrere Unterkünfte – und gerät in eine schwierige Situation

Muss sie wegen der Bettennot bald wieder für Asylsuchende geöffnet werden? Die unterirdische Unterkunft (Geschützte Operationsstelle Gops) in Muri. (Archivbild)

Muss sie wegen der Bettennot bald wieder für Asylsuchende geöffnet werden? Die unterirdische Unterkunft (Geschützte Operationsstelle Gops) in Muri. (Archivbild)

Gleich sieben Asylunterkünfte im Aargau werden Anfang 2017 geschlossen. Das bringt den Kanton in eine schwierige Lage, denn mit dem Wegfall dieser Unterbringungsmöglichkeiten fehlen dem Aargau rund 500 Betten.

Im Kanton Aargau warten derzeit rund 2500 Menschen auf den Entscheid des Bundes, ob ihrem Antrag auf Asyl stattgegeben wird. Bis sie den Bescheid erhalten, sind sie in Unterkünften in verschiedenen Regionen des Kantons untergebracht. 

Einblicke in die grösste Asylunterkunft des Kantons in Zofingen

Einblicke in die grösste Asylunterkunft des Kantons in Zofingen

Doch nun fallen auf Anfang 2017 gleich 500 Plätze weg, wie das Regionaljournal Aargau Solothurn des SRF berichtet. Dies vor allem wegen Neubauprojekten. Gerade die Unterkünfte in Zofingen und Baden bieten derzeit noch 140 beziehungsweise 200 Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende an. Dass diese nun wegfallen, ist für den Kanton Aargau alles andere als einfach. Hinzu kommen weitere Schliessungen von Unterkünften in Wohlen, Gränichen, Laufenburg, Hausen und Unterkulm (siehe nachfolgende Tabelle).

Zwei Hoffnungsträger für neue Unterkünfte

Zwar könne der Kanton Aargau im Notfall die unterirdischen Unterkünfte (Geschützte Operationsstelle Gops) in Muri und Laufenburg wieder nutzen. Dies wäre aber nicht ideal, wie Daniela Diener, Mediensprecherin des zuständigen Kantonaldepartements, gegenüber SRF erklärte. Der Kanton verfolge immer noch das Prinzip «oberirdisch vor unterirdisch», so Diener. Man suche derzeit intensiv nach Lösungen.

Einblicke in die grösste Asylunterkunft des Kantons in Zofingen

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Hoffnung für neue Unterbringungsmöglichkeiten hat der Kanton aktuell zwei. In Muhen und Unterentfelden wurden dem Aargau Gasthöfe zur Miete angeboten. Hier könnten ingesamt bis zu 120 Asylsuchende wohnen. In Muhen regt sich allerdings Widerstand gegen die geplante Unterkunft, wie die az heute Freitag berichtet

Unterkunft im Werkhof Frick darf weiterverfolgt werden

Neben diesen Unterkünften darf der Kanton auch das Projekt in Frick im ehemaligen Autobahn-Werkhof weiterverfolgen. Dies hat der Grosse Rat diese Woche entschieden. Bis zu 150 Plätze soll die Grossunterkunft einst bieten können.

So leben Asylsuchende in der Flüchtlingsunterkunft Liebegg in Gränichen: 

Ob die geplanten Aargauer Grossunterkünfte mit je 150 bis 300 Plätzen realisiert werden, steht derzeit noch in den Sternen. 2019 soll die erste stehen, sagt Daniela Diener gegenüber SRF. 2026 wäre dann die letzte geplant. Momentan läuft die Standortsuche. (luk)

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