Strassenbau-Programm
Der Kanton Aargau kann nicht alles Geld verbauen

2013 will der Aargau für Werterhalt und neue Strassen 148 Millionen aufwenden. Das ist im Vergleich zu früheren Jahren relativ wenig, weil viele grosse Projekte noch nicht bewilligt oder nicht baureif sind.

Hans Lüthi
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Für neue Projekte und viele neue Beläge werden die Strassenbau-Millionen investiert.

Für neue Projekte und viele neue Beläge werden die Strassenbau-Millionen investiert.

Über 200 Millionen Franken hat der Kanton noch vor Jahren für neue Strassen und neue Beläge ausgegeben. Jetzt wird mit 148 Millionen Franken ein neuer Tiefststand erreicht, der die mageren Vorjahre noch unterbietet. Die zweckgebunden in die Strassenkasse fliessenden Gelder aus Treibstoffzuschlag und Verkehrsabgabe sind im Detail noch unbekannt. «Den Überschuss legen wir in den Ausgleichsfonds», sagt Kantonsingenieur Rolf H. Meier vom Tiefbau im Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Ein halbes Dutzend Grossprojekte sind in der Pipeline. Wenn von Bad Zurzach bis Sins die Bagger auffahren, wird Meier die Millionen brauchen können.

Verzögerungen bis zum Beginn

Eine bessere Staffelung wäre sinnvoll, auch für das Baugewerbe, aber die grossen Projekte verzögern sich meist durch Einsprachen und Volksentscheide. «Für Mellingen bearbeiten wir jetzt die Einsprachen, vor 2014 ist ein Beginn kaum möglich», erklärt Meier. Von der Bewilligung des Kredits bis zum Baustart dauere es zweieinhalb bis drei Jahre. Denn es braucht ein Auflageprojekt, die Auflage, die Einsprachen-Behandlung und dann das Bauprojekt.

Zur Verfügung gestellt

Das gilt auch für den 75 Millionen Franken teuren A1-Zubringer Lenzburg, über den die Aargauer am 3. März entscheiden werden. Ebenso für die grossen Umfahrungen im Osten von Bad Zurzach und im Südwesten von Brugg-Windisch und Sins. Dank der bis Ende Jahr vorhandenen Reserven in der Strassenkasse und der munter fliessenden Gelder «ist die Finanzierung dieser Projekte sichergestellt», betont Meier. Für den 750 Millionen Franken teuren Baldeggtunnel reicht das Geld nicht, Bau und Finanzierung sind offen.

Viele Neu- und Ausbauten

Auch ohne die ganz grossen, entsprechend teuren Umfahrungen gibt es 2013 zahllose Neu- und Ausbauten (siehe unten), die allein 80 Millionen Franken verschlingen. Dazu kommen 37 Millionen Franken für den Werterhalt, konkret für neue Beläge, zudem 7 Millionen für Radrouten. Brücken und Lärmschutz verschlingen rund 25 Millionen Franken.

Zur Verfügung gestellt

Die Mehrheit der Projekte auf dem 1150 Kilometer langen Strassennetz ist schon im Bau. Zu den grossen Brocken mit total über 5 Millionen Franken Investition gehören die Bahnhofstrasse mit Busterminal in Aarau, die Kantonsstrasse mit Aabach in Lenzburg-Niederlenz, die Sanierung von Bahnübergängen in Lenzburg und Seon. In Baden und Wettingen wird das Verkehrs-Management weiter realisiert, in Wohlen kostet der Lärmschutz viel Geld.

Bei den Planungen stehen die Reussbrücke Gnadenthal, der Ersatz der Kettenbrücke Aarau und der Schlossbergtunnel Baden im Vordergrund. Bei über 80 Projekten läuft der Genehmigungs-Prozess.

Grösste Projekte 2013 im Aargau

Start beim Zoll Koblenz für ein komplexes Projekt

Am Grenzübergang Koblenz wurde das alte Zollhaus schon abgerissen, jetzt kommt die Strasse. Der Kantonsanteil kostet rund 5 Millionen, die ganze Sanierung auf beiden Seiten des Rheins über 30 Millionen Franken. Für die Entflechtung in Koblenz entsteht ein neuer Kreisel.

Neuer Kreisel Schneisingen entschärft Gefahrenstelle

Hart an der Kantonsgrenze (zu Zürich) wird in Schneisingen statt einer gefährlichen Abzweigung ein Kreisel gebaut. Dieser entsteht auf der Höhe der Firma Bucher Landtechnik Niederweningen. Bei der Einmündung ereigneten sich immer wieder schwere Verkehrsunfälle.

In Boswil/Bünzen gibt es eine neue Bahnüberführung

In Boswil/Bünzen wird der SBB-Niveauübergang durch eine neue Brücke über den Bahnhof ersetzt, die mit einem Kreisel an die Kantonsstrasse anschliesst. Das ganze Projekt kostet 23 Millionen Franken, für die Fussgänger gibt es eine Unterführung unter den Bahngleisen.

In Zofingen beginnt der Ausbau der Mühlethalstrasse

Zu den neuen Grossprojekten gehört dieses Jahr auch der Ausbau der Strasse Zofingen-Mühlethal. Gebaut werden in Zofingen auch ein neuer Kreisel und diverse Lärmschutzprojekte. Die zweite Etappe der Wiggertalstrasse für 33 Millionen Franken ist erst in der Planungsphase. (Lü.)