Gefährliche Substanz

Der Handel mit Anabolika ist lukrativer als der Kokain-Handel – Konsum nimmt massiv zu

Im Laufe der Ermittlungen wurden riesige Mengen von Anabolika sichergestellt. Zu den Abnehmern gehören Personen aus der Bodybuilder-Szene.

Im Laufe der Ermittlungen wurden riesige Mengen von Anabolika sichergestellt. Zu den Abnehmern gehören Personen aus der Bodybuilder-Szene.

Wer länger Anabolika konsumiert, kann krebskrank werden. Es drohen aber auch Potenzprobleme oder Hodenschrumpfungen.

Wer Anabolika konsumiert, tut dies, um rasch Muskelmasse aufzubauen. Die Herstellung, der Import und Export sowie der Handel von Anabolika ist strafbar. Ebenso die Abgabe ohne Zulassung. Der Eigenkonsum hingegen ist erlaubt.

Die Substanzen werden eingenommen oder direkt in den Muskel gespritzt. Die Liste der Nebenwirkungen ist lang. Anabolika verändern nicht nur den Körper, sie können auch psychische Probleme wie Depressionen oder Persönlichkeitsveränderungen verursachen. Bei Frauen, die Anabolika konsumieren, können sich Statur und Gesichtszüge vermännlichen. Bei Männern können sich die Brustdrüsen vergrössern oder die Hoden schrumpfen.

Konsum hat «fast seuchenartige Ausmasse» angenommen

Werden Anabolika über längere Zeit konsumiert, kann das zu Erkrankungen der Leber bis hin zu Leberkrebs führen. Um die unerwünschten Nebenwirkungen zu unterdrücken, findet häufig ein gefährlicher Mischkonsum statt. So greifen Anabolika-Konsumenten beispielsweise zu Erektionsförderern, um Potenzprobleme oder Hodenschrumpfungen zu bekämpfen.

Gemäss Aargauer Staatsanwaltschaft hat der Konsum mittlerweile «fast seuchenartige Ausmasse» angenommen. Es sei «beängstigend, wie häufig und mit wie viel Unwissen und Ignoranz zunehmend jüngere Personen solche Substanzen konsumieren». Die grosse und unkontrollierte Verbreitung im Breitensport werde leider häufig noch immer «verkannt und bagatellisiert», sagt die Staatsanwaltschaft.

In der Schweiz werde der Aufklärung und Prävention zu wenig Beachtung geschenkt. Anders in Deutschland: Dort seien spezialisierte Abteilungen bei der Staatsanwaltschaft geschaffen worden und auch Mediziner würden sich zunehmend der Thematik widmen.

Anabolika-Händlern ihre illegalen Geschäfte nachzuweisen, ist für die Strafverfolgungsbehörden schwierig. «Aufgrund der extrem hohen Gewinnmarge, die um ein vielfaches höher als beim Kokain-Handel ist, hat die organisierte Kriminalität diesen Geschäftszweig wohl über weite Strecken bereits übernommen», sagt die Staatsanwaltschaft.

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