Roland Herrmann (51) schläft weiter gut, wie er sagt. Dabei steht der Finanzchef der Neuen Aargauer Bank (NAB) enorm unter Druck: Er löst ab Oktober Peter Bühlmann (58) als CEO des Finanzinstituts ab. Der Wechsel, sagt Bühlmann, erfolge im Rahmen der Kontinuität: «Wir sind froh, eine NAB-interne Regelung auf oberster Stufe realisieren zu können.» Das haben die beiden gestern Abend nach 18 Uhr ihren Mitarbeitern an einer Informationsveranstaltung in Suhr mitgeteilt.

Die Beförderung ist das eine. Das andere sind die Vorgaben, die Roland Herrmann als neuer Chef zu erfüllen hat. Denn die Muttergesellschaft der NAB, die Credit Suisse, muss deutlich profitabler werden. Die Schweizer Einheit der Zürcher Grossbank soll bis Ende 2018 den Gewinn vor Steuern von 1,6 auf 2,3 Milliarden Franken erhöhen. Das funktioniert nur, wenn auch die Tochter, die NAB, ihre Rentabilität erhöht.

Keine «Luftschlösser» versprochen

Konkret wird die Regionalbank bis 2018 ihre Personal- und Sachkosten um rund 10 Prozent senken, wie Peter Bühlmann im Interview bestätigt. Das kostet Arbeitsplätze. Wie viele der aktuell 615 Vollzeitstellen abgebaut werden, lässt der CEO offen. Die seinem Nachfolger gesetzten Ziele sind angesichts der Konkurrenzsituation im Kanton sehr sportlich. Dazu sagt Herrmann: «Die Vorgaben, die wir uns gegeben haben, sind sehr anspruchsvoll.» Das sei ihm bewusst: «Aber sie sind erreichbar. Ich verspreche keine Luftschlösser.»

Glamouröser als in diesen Tagen geht es jeweils am jährlichen NAB-Award zu und her:

Die NAB-Geschäftsleitung wird fast rundum erneuert. Peter Bühlmann scheidet Anfang Oktober aus und wird ab 2017 zweiter Vizepräsident im Verwaltungsrat der Regionalbank. Nach einer Karenzfrist, einem «cooling off» von einem Jahr oder zwei, wird er Josef Meier als Präsident ablösen. Dann wird er nicht mehr 1,06 Millionen verdienen wie im letzten Jahr, sondern rund 340 000 Franken. Der heutige Vizepräsident kam 2015 auf 122 000 Franken. Daneben ist Bühlmann offen für allenfalls noch ein Verwaltungsratsmandat – oder zwei. Primär wolle er in Zukunft kürzertreten und all das tun, was in den letzten Jahren zu kurz gekommen sei: «Ich freue mich auf die Phase, wo ich mehr Freizeit haben werde.»

Die Chefs sind NAB-Eigengewächse

Nicht nur der Chef wechselt, gleichzeitig wird die GL von sieben auf vier Mitglieder verschlankt:

- Aufsteiger ist Thomas Wechsler (44). Er führt seit 2009 den Präsidialbereich. Bereits in dieser Funktion kümmerte er sich um Projekte im Bereich Digitalisierung. Das tut er nun, «mit erweiterter Verantwortung», als GL-Mitglied.

- Roberto Belci (51) ist neu für das Vermögensverwaltungsgeschäft, Private Banking sowie das Privat- und Firmenkundengeschäft zuständig. Der bisherige Chef der Firmenbetreuer, Patrick Küng (42), wird wegen eines Krankheitsfalls in der Familie eine Auszeit nehmen und danach bei der NAB erneut «eine wichtige Führungsfunktion» übernehmen. Daniel Halter (58) leitet weiter das Kreditmanagement – aber nicht mehr als GL-Mitglied. Private-Banking-Chef Sandro Meichtry (48) hat sich entschieden, «eine neue Herausforderung ausserhalb der NAB anzunehmen», und das Geldhaus bereits verlassen.

- GL-Mitglied Patrick Michelotti (45) löst Herrmann als Finanzchef ab.

Digitalisierung wird gefördert

Mit dem grossen Umbau der NAB soll zum einen die Digitalisierung der Vertriebskanäle vorangetrieben werden. Zum andern geht es darum, die regionale Verankerung der Bank zu stärken. Der Kunde behalte gemäss Medienmitteilung «seine Kontaktpersonen bei der Bank». Ausbauen will die NAB insbesondere die Beratungsdienstleistungen im Vermögensverwaltungsgeschäft. Gestrafft werden die Bereiche hinter den Kulissen. Also dort, wo es der Kunde nicht merke, sagt Bühlmann: «Wir überlegen uns, was wir im Bereich der IT und der Logistik zusätzlich auslagern können.» So werden beispielsweise Kreditentscheide sowie die Kreditprüfung weiterhin NAB-Mitarbeiter fällen, sagt er: «Aber die administrative Abwicklung bis hin zur Erstellung der Verträge können wir allenfalls auslagern.»

NAB-AWARD 2015 - Simone Maurer (Kandidatin)

Der letzte NAB-AWARD 2015 mit Simone Maurer

Aussergewöhnliche Menschen prägen einen aussergewöhnlichen Kanton. Bereits zum fünften Mal sucht die NEUE AARGAUER BANK (NAB) die Aargauerin oder den Aargauer des Jahres, die/der am 21. November 2015 gekürt wird. Die Hausfrau und Mutter Simone Maurer ist eine passionierte Näherin mit einem Herz für andere. Ihre Fähigkeit setzt sie für Kinder in Asylunterkünften ein, damit diese mit einer eigenen Decke ein Stück Wärme, Geborgenheit und Schutz bekommen. Der Bedarf an Decken ist gross. Die Nachfrage kann sie nicht alleine stillen. Deshalb lancierte sie das Projekt mini Decki. Alle Infos zum NAB-AWARD unter www.nab-award.ch oder www.facebook.com/nabaward