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Der grosse Steuervergleich: So schneidet der Aargau im Vergleich mit den Nachbarn ab

Steuerbelastung: In welchen Kantonen wer wieviel zahlt.

Steuerbelastung: In welchen Kantonen wer wieviel zahlt.

Wie viel vom Einkommen geht wo an den Fiskus? Ein Vergleich der Steuerbelastung verschieden hoher Einkommen im Aargau und seinen Nachbarkantonen fördert zum Teil sehr grosse Unterschiede zutage.

Seit dem letztjährigen az-Vergleich der Steuerbelastung zwischen dem Kanton Aargau und seinen Nachbarkantonen hat sich die finanzpolitische Lage des Aargaus nochmals verschlechtert. Deshalb will die Regierung für das Budget 2017 dem Grossen Rat unter anderem eine Staatssteuerfusserhöhung von einem Prozent beantragen.

Zug ist konkurrenzlos

Diese bei den bürgerlichen Parteien heftig umstrittene Massnahme brächte jährlich 17 Millionen Franken Zusatzeinnahmen. Die Steuerbelastungsvergleiche in diesem Artikel sind davon aber (noch) unberührt. Die vom Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) publizierten, aktuellsten Daten für den interkantonalen Vergleich beziehen sich auf 2015.

Grafik: Elia Diehl

Ein Lesebeispiel: Die Grafik oben im Kantonsvergleich zeigt die Belastung einer alleinstehenden (ledigen) Person.

Bei einem Bruttoeinkommen von 100 000 Franken zahlt sie in Aarau (alle Zahlen sind für die Hauptorte gerechnet) 12 338 Franken Steuern (im Jahr davor waren es übrigens 13 004 Franken). Wer nicht in einer Kirche ist, zahlt etwas weniger. In Zürich zahlt die alleinstehende Person etwas weniger, in Zug viel weniger, in allen anderen Nachbarkantonen mehr. Dazu kommt in allen Beispielen die direkte Bundessteuer.

Grafik: Elia Diehl

Unsere Grafiken zeigen weiterhin den Kanton Zug (auch gesamtschweizerisch) uneinholbar in Front – nicht nur bei hohen und mittleren, sondern auch bei tiefen Einkommen. Dann folgt ein von Zürich angeführtes, dichtes Mittelfeld. Der industriestarke Aargau behauptet sich gleich nach seinem grossen, östlichen Nachbarn mit dessen starkem Finanzsektor, gefolgt von Luzern.

Grafik: Elia Diehl

Auf Augenhöhe mit den Nachbarn

Jedes Jahr ziehen bekanntlich viele Zürcher in den Aargau. Das lohnt sich für sie, weil die hier leicht höheren Steuern durch günstigeres Wohnen mehr als aufgewogen wird. So gesehen hält der Aargau mit Zürich steuerlich also sehr gut mit.

Grafik: Elia Diehl

Spürbar höher ist die Steuerbelastung in Bern, Basel-Landschaft und Solothurn. Wobei Basel-Landschaft bei Familien mit tieferen Einkommen generös ist, wie die nächste Grafik zeigt. Solothurn trägt in unseren Beispielen aus den Nachbarkantonen mehrheitlich die rote Laterne.

Grafik: Elia Diehl

Grafik: Elia Diehl

Eine Auswertung des EFD zeigt diesen Kanton auch gesamtschweizerisch in den hinteren Rängen.

Beim Bruttoarbeitseinkommen von 80'000 Franken eines Doppelverdieners mit zwei Kindern langt Solothurn von allen 26 Kantonen sogar am meisten zu (der Aargau ist hier im Mittelfeld).

Es könnte sich für Solothurn lohnen, mehr über bessere Rahmenbedingungen als über (noch) höhere Steuern nachzudenken.

Grafik: Elia Diehl

Grafik: Elia Diehl

Hohe Einkommen: vor Zürich

Bei hohen Einkommen ist der Aargau heute steuerlich gar mehr als auf Augenhöhe mit Zürich. Beim Bruttoeinkommen eines Ledigen ab 250'000 Franken (siehe nachfolgende Grafik), oder bei einem Verheirateten mit zwei Kindern ab 400'000 Franken Einkommen ist der Aargau heute gar günstiger als Nachbar Zürich.

Grafik: Elia Diehl

Manche werden darob den Kopf schütteln. Doch ein Ziel der Aargauer Regierung ist bekanntlich, dank guten Rahmenbedingungen auch möglichst gut Verdienende und Vermögende anzuziehen. Die konzentrieren sich heute noch in Zürich, was die dortige Steuerkraft massiv erhöht.

Innerkantonal kleinere Differenz

Neben dem Kantonsvergleich zeigen drei weitere Grafiken die Unterschiede in der Gesamtsteuerbelastung (wiederum ohne direkte Bundessteuer) der Aargauer Gemeinden. Nachfolgend werden einige Gemeinden mit möglichst unterschiedlichen Steuerfüssen aufgeführt.

Angefangen bei Obwil-Lieli mit dem tiefsten Steuerfuss 60, bis zu Schwaderloch mit dem höchsten Steuerfuss 126.

Lesebeispiel: Ein Verheirateter mit zwei Kindern mit einem Bruttoeinkommen von 100 000 Franken liefert davon in Oberwil-Lieli 4,5 in Schwaderloch 6,5 Prozent in Form von Gemeinde-, Kantons- und Kirchensteuern ab.

Grafik: Elia Diehl

In der steuerlichen Gesamtbelastung werden die zum Teil grossen Unterschiede bei den Steuerfüssen etwas geringer – weil die Kantonssteuer überall gleich gross ist. Die inneraargauischen Steuerbelastungsunterschiede sind somit massiv kleiner als diejenigen zwischen den Kantonen Aargau und Zug.

Grafik: Elia Diehl

Grafik: Elia Diehl

Grafik: Elia Diehl

Und so sieht es bei den Rentnern aus

Grafik: Elia Diehl

Grafik: Elia Diehl

Grafik: Elia Diehl

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