Gekröpfter Nordanflug
Der gekröpfte Nordanflug hätte auch für Raum Lägern-Furttal Lärmfolgen

Der «gekröpfte Nordanflug» wurde im Aargau schon vor Jahren heftig bekämpft, als er «auf Sicht» eingeführt werden sollte. 2008 lehnte das Bundesamt für Zivilluftfahrt das Gesuch ab. Neu sol der «Gekröpfte» vollständig auf Satellitennavigation beruhen.

Mathias Küng
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Einigung im Fluglärm-Streit: Die Schweiz und Deutschland schliessen einen Kompromiss (Symbolbild)

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Keystone

Derzeit sammelt der Flughafen Zürich-Kloten Erfahrungen mit Satellitennavigation bei Piste 14. Dabei handelt es sich laut Roger Gaberell, Leiter Unternehmenskommunikation Skyguide, um einen Anflug mit sogenannter Flächennavigation. Die Flugwege sind mit denjenigen des Instrumentenlandesystems (ILS) deckungsgleich. Die festgestellte Navigationsgenauigkeit der Flugspuren entspreche den Erwartungen. Im Moment werten der Flughafen und Skyguide die einjährige Überprüfungsphase aus. Kürzlich haben sie zusammen ein Plangenehmigungsgesuch für eine Bodenstation in Zürich eingereicht, um laut «NZZ» das Signal für die Piste 14 präziser zu machen. Gaberell bestätigt, dass die Anlage im Frühjahr 2014 versuchsweise in Betrieb gehen soll, «um nach der erforderlichen Zertifizierung für den regulären Betrieb zugelassen zu werden».

Gekrümmter Anflug schwieriger

Bei Piste 14 geht es allerdings um einen geraden Anflug. Ein gekrümmter Anflug, wie der gekröpfte Nordanflug, gilt als schwieriger. Gaberell: «Die Schwierigkeit eines gekrümmten Anfluges liegt einerseits bei der Auswahl eines Verfahrens, das nachher alle fliegen können, und andererseits bei der Fähigkeit der bordseitigen Instrumente». Skyguide geht davon aus, dass in etwa fünf Jahren die Standards vorliegen werden: «Ab dann können wir gekrümmte, satellitengestützte Anflüge realisieren».

Tatsächlich nähme der «Gekröpfte» dem Flughafen Kapazitäten weg, wie Regierungsrat Beyeler im gestrigen Interview in der az sagte. Gaberell: «Ja, ein gekröpfter Nordanflug würde die An- und Abflugskapazität beeinträchtigen. Die Abstände der anfliegenden Maschinen müssten wegen der engen räumlichen Verhältnisse, des Kurvenfluges und der Navigationsgenauigkeit erhöht werden.» Skyguide geht davon aus, dass noch etwa zwei Drittel der Anflugkapazität zur Verfügung stünden. Gaberell: «Im Rahmen des 2008 abgelehnten Gesuches ging man von 20 bis maximal 24 Anflügen pro Stunde aus.»

Würde Komplexität erhöhen

Technologisch wäre ein solcher Anflug laut Gaberell in ein paar Jahren machbar. Im Flugsicherungsbetrieb würde aber «der Wechsel zwischen den verschiedenen Konzepten die Komplexität wesentlich erhöhen, was nicht in unserem Interesse liegt».

Laut «NZZ» müssten als Folge des gekröpften Nordanflugs Maschinen auf der Piste 28 aus Sicherheitsgründen flacher abfliegen, was den Lärmpegel im Raum Lägern - Furttal erhöhen würde. Gaberell bestätigt: «Wegen der engen räumlichen Verhältnisse am Flughafen Zürich und der Grenznähe gehen wir davon aus, dass sich die Flugwege der Anflüge mit denjenigen der Abflüge gegen Westen kreuzen würden und sich nur höhenmässig staffeln liessen. Die landenden Maschinen müssten für den Anflug auf eine Höhe sinken, die ihnen erlaubt, die Landung innerhalb der üblichen Normen durchzuführen. Die startenden Maschinen müssten unter den landenden durchgeführt werden.»

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