Grosser Rat
Der «Fall Carlos» beschäftigt nun auch die Aargauer Regierung

Die BDP-Fraktion reichte im Grossen Rat eine Interpellation über den Umgang mit jugendlichen Straftätern ein. Unter anderem wollen die Unterzeichnenden vom Regierungsrat wissen, ob es im Aargau auch solche «Carlos-Fälle» gibt.

Barbara Vogt
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Gibt es auch im Aargau ähnliche Fälle wie bei Carlos? (Screenshot)

Gibt es auch im Aargau ähnliche Fälle wie bei Carlos? (Screenshot)

screenshot srf

Ein 47 Franken teures Deo, jeden Tag Rind oder Fisch, mehrere Betreuungspersonen: Der 17-jährige Straftäter Carlos reizt das Justizsystem schamlos aus. 29’000 Franken kostet die Steuerzahler in Zürich der Fall monatlich.

Das stösst Politikern sauer auf: In einer Interpellation an den Kantonsrat Zürich stellt die SVP-Fraktion das gesamte System der Jugendstrafrechtspflege infrage. So fordert sie die lücken- und schonungslose Durchleuchtung der Jugendstaatsanwaltschaft mittels einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK).

Privilegierte Straftäter im Aargau?

Die Aargauer reagieren jetzt ebenfalls auf den Fall: Am Dienstag reichte die BDP-Fraktion dem Grossen Rat eine Interpellation zum Umgang mit jugendlichen Straftätern im Kanton ein. Darin fragt sie den Regierungsrat ob es im Kanton Aargau auch «solche privilegierte jugendliche Straftäter» gebe. «Falls ja, was ist der konkrete Nutzen im Vergleich zu Spezialinstitutionen für jugendliche Straftäter?» Falls nein: «Wie wird sichergestellt, dass im Kanton keine solchen Privilegien verordnet werden?

Natürlich zeigt sich die BDP-Fraktion an den Gesamtkosten für den Jugendstrafvollzug respektive an den Aufwendungen für die teuerste Massnahme interessiert. Vom Regierungsrat will sie ausserdem wissen, wie die durchschnittlichen Kosten pro Massnahme aussehen. Eine weitere Frage der BDP: «Wie sieht die Entwicklung der durchschnittlichen Kosten während der letzten zehn Jahre aus?