Bahnausbau

Der «Chestenberg» ist wieder im Rennen

Der Bau des Chestenberg-Tunnels wird möglich. Aber der Heitersberg wird ausgeschlossen. (Symbolbild)

Der Bau des Chestenberg-Tunnels wird möglich. Aber der Heitersberg wird ausgeschlossen. (Symbolbild)

Die Verkehrskommission des Ständerats stellt Weichen in Sachen Bahnausbau. Bis 2030 soll zwischen Aarau und Zürich die Kapazität gesteigert werden. Dazu gehört der Chestenberg-Tunnel. Baudirektor Peter C. Beyeler ist damit aber nicht ganz zufrieden.

Die ständerätliche Verkehrskommission spricht sich für einen ersten Ausbauschritt der Bahn für 6,4 Milliarden Franken aus. Und sie will einen raschen zweiten Ausbauschritt. Für den Aargau bedeutet dies Verbesserungen. Relativ kurzfristig soll eine Tangente Mägenwil ab Birrfeld zum Heitersbergtunnel erstellt werden. Die ist laut Baudirektor Peter C. Beyeler sogar schon im Richtplan enthalten.

Und in Lenzburg-Gexi wird eine «schnelle Weiche» gebaut. Das kostet zusammen rund 100 Millionen Franken und soll bis 2018 umgesetzt sein. Es ermöglicht für die S-Bahn den Halbstundentakt. Das ist für die schnell wachsende Region wichtig, betont Ständerätin Christine Egerszegi. Sie hat sich in der Kommission sehr dafür eingesetzt.

Noch bedeutsamer ist aber, dass ein weiterer Ausbauschritt, der beim Bundesrat zwischenzeitlich weit nach hinten gerutscht ist, jetzt wieder ganz vorn steht. Die Kommission will nämlich weitere Ausbauschritte projektieren lassen. So soll der Bundesrat bis 2018 eine Botschaft für den Ausbauschritt bis 2030 vorlegen. Diesen klaren Zeithorizont hat Egerszegi verlangt, «damit wir Klarheit haben und nicht plötzlich im Nachhinein wieder alles infrage gestellt wird».

Chestenberg und Honeret

Zu den zu realisierenden Massnahmen gehört die «Kapazitätssteigerung Aarau–Zürich–Winterthur». Ausgedeutscht bedeutetet dies laut Baudirektor Beyeler auch den Bau der Chestenberg-Neubaustrecke (vgl. Grafik) für rund 1,6 Milliarden Franken sowie des Honerettunnels. Natürlich muss all dies vom Stände- und dann auch vom Nationalrat akzeptiert werden. Die Chance ist aber intakt, hat die Kommission doch auch einen Finanzierungsvorschlag.

Wenn die stark tunnelierte Chestenberg-Neubaustrecke dereinst steht, kann sie laut Beyeler gerade nachts auch Güterverkehr aufnehmen und Lenzburg sowie angrenzende Orte lärmmässig entlasten. Wirklich zufrieden ist er aber nicht. Was vorliege, sei «eine Minimallösung».

Wermutstropfen Wisenberg

Zusätzlich wäre auch ein neuer grosser Juradurchstich, der Wisenbergtunnel, «unumgänglich», wenn man den Lötschberg-Basistunnel voll nutzen und die Bözbergstrecke entlasten will.

Dass der Wisenberg wohl erst nach 2030 kommt, stört auch Christine Egerszegi. Er nütze «allerdings nur, wenn wir den Lötschberg auch voll ausbauen». Das würde nochmals einen Riesenbrocken bedeuten. Der ginge zulasten des eben beschlossenen Paketes. «Dieses ist für den Aargau aber bedeutend wichtiger. Der ausgebaute Bözberg kann die Aufgabe bis zum nächsten grossen Ausbauschritt übernehmen.»

Die Forderungen der Kantone seien berechtigt, bekräftigt Egerszegi. Mit Blick auf die wachsende Bevölkerung müsse die Infrastruktur ausgebaut werden. In der Kommission habe man es sich aber nicht leicht gemacht und 12 Zusatzberichte inklusive Kosten-Nutzen-Berechnungen verlangt. Zwischenzeitlich drohte laut Egerszegi gar ein gegenseitiges Ausspielen der regionalen Verkehrskonferenzen: «Das Ergebnis lässt sich aber sehen: Es hat sich gelohnt, dafür so viel Zeit einzusetzen.» Sie steht auch hinter dem Finanzierungsvorschlag mit dem Mehrwertsteuer-Promille, wenn es nicht mehr für die IV nötig ist. Dies sei wiederum zeitlich beschränkt, es sei administrativ einfach, die Konsumenten zahlen mit, alle profitieren vom Bahnausbau und das Volk könne darüber abstimmen. Das Geschäft ist jetzt reif für die Wintersession. Kommentar rechts

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