«TalkTäglich»
«Der Bundesrat hat einfach keinen Plan»: Andreas Glarner und Gabriela Suter im Corona-Duell

Die SP-Präsidentin möchte temporär die Vermögensteuer erhöhen, der SVP-Präsident warnt vor Schulden für künftige Generationen.

Fabian Hägler
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An einem langen Tisch sassen sich Gabriela Suter und Andreas Glarner beim TalkTäglich auf Tele M1 gegenüber, Moderator Rolf Cavalli stellte seine Fragen aus einem anderen Studio – die Coronakrise hat auch Auswirkungen auf Fernsehtalks. Die Abstandsregeln, die zu dieser speziellen Anordnung der Talkteilnehmer führte, dürften noch einige Zeit gelten. Doch schon am Donnerstag will der Bundesrat bekannt geben, wie die geltenden Beschränkungen gelockert werden sollen. «Wir müssen auf die Experten des Bundes hören und dürfen den Lockdown nur schrittweise öffnen», betonte SP-Präsidentin Suter. Die Situation mit dem weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben könne nicht für Wochen weiter bestehen, ergänzte sie, «die Gesundheits- und Hygienemassnahmen müssen aber weiter eingehalten werden».

SVP-Präsident Glarner hätte die Einschränkungen gerne früher gelockert, in einer Mitteilung forderte er letzte Woche, kleine Restaurants, Baumärkte und andere Geschäfte schon vor Ostern wieder zu öffnen. «Wir sehen, wie die Fallzahlen sinken, es gibt keinen Grund mehr für derart massive Beschränkungen», sagte Glarner. Grossveranstaltungen und Anlässe mit viel Publikum sollten allerdings auch aus seiner Sicht weiterhin untersagt bleiben.

Wie sollen die Hilfspakete finanziert werden?

Der SVP-Kantonalpräsident und Nationalrat kritisierte, der Bundesrat habe zwar massive Beschränkungen verfügt, aber beim Lockdown keinen Plan vorgelegt, wie man wieder herauskommen wolle. Grundsätzlich mache die Landesregierung einen guten Job, dies solle man jetzt loben. «Aber nachher wird die Manöverkritik folgen, und die wird massiv sein.»

Gabriela Suter entgegnete, sie halte es bei Veranstaltungen und grossen Restaurants für fraglich, wie die Abstandsregeln eingehalten werden sollten. Bei kleinen Firmen wie Blumenläden oder Kleidergeschäften sieht die SP-Aargau-Präsidentin und Nationalrätin bessere Möglichkeiten, das Dosiersystem mit wenigen Kunden anzuwenden.

Suter begrüsst die finanziellen Hilfspakete von Bund und Kanton: «Es ist wichtig, dass der Staat den Betroffenen unter die Arme greift und jetzt auch die Löhne sichert.» Glarner wandte ein, diese Unterstützung müsse bezahlt werden: «Das zahlen die nächsten zwei Generationen». Er forderte den Regierungsrat auf, jetzt aufzuzeigen, wo im Kantonsbudget noch Einsparungen möglich seien, um die Hilfspakete zu kompensieren. Nicht mit Sparen, sondern mit höheren Steuern möchte Suter dieses Problem lösen. «Wir überlegen uns, ob die Vermögenssteuer für Personen mit hohem Vermögen temporär angehoben werden müsste», sagte die SP-Präsidentin.

Die ganze «TalkTäglich»-Ausgabe mit Andreas Glarner und Gabriela Suter können Sie hier nachschauen:

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