Othmarsingen

Der Bünztalviadukt zieht die Bevölkerung in seinen Bann

Die Gäste wurden vom Astra mit Getränken und Kuchen verpflegt.

Die Gäste wurden vom Astra mit Getränken und Kuchen verpflegt.

Über 200 Besucherinnen und Besucher haben an der zweiten Baustellenbesichtigung den Bünztalviadukt besucht. Kein Wunder: Die Dimensionen des Bauwerks sind eindrücklich.

Es ist die wohl spektakulärste Autobahnbaustelle der Schweiz. Eine Brücke wird in zwei Etappen abgebrochen und neu gebaut – und das alles unter Verkehr. Doch nur die wenigsten der täglich gegen 100000 Benützer der A1 merken überhaupt, dass sie in Othmarsingen über eine halbe Brücke fahren, weil die andere Hälfte im vergangenen Sommer abgebrochen worden ist. Nur die Lastwagenfahrer können über die schmale Mauer hinweg sehen, welche Abgrenzung und Sichtschutz zur Baustelle bildet.

Widerlager und Pfeiler stehen

Bereits sind die Widerlager und Pfeiler für die nördliche der beiden neuen Zwillingsbrücken erstellt, vor wenigen Wochen hat die Montage der Stahlträger begonnen. Sie wurden im Werk in Längen von 16 bis 32 Metern vorfabriziert. Auf der Baustelle werden sie zu sogenannten Trägerschüssen zusammengefügt und mit einem riesigen Raupenkran auf die Stützen gehoben. In luftiger Höhe müssen dann auch die einzelnen, bis zu 64 Tonnen schweren Trägerstösse verschweisst und durch zusätzliche Querträger miteinander verbunden werden.

Die interessante Bauphase nützte das Bundesamt für Strassen (Astra) und lud die Bevölkerung der angrenzenden Gemeinden Othmarsingen und Möriken-Wildegg zu einer Baustellenbesichtigung.

Grosser Ansturm

Wie schon beim ersten Mal, als die Besucherinnen und Besucher vor Ort den Abbruch des nördlichen Brückenteils miterleben konnten, war der Ansturm sehr gross. Es dürften weit über 200 interessierte Leute gewesen sein, die am späten Montagnachmittag den Ausführungen folgten, die Projektleiter Andrew Imlach zum laufenden Projekt machte. Und das, obwohl die Baustelle mangels Parkplätzen nur mit dem Velo oder zu Fuss erreicht werden konnte.

Die Dimensionen der ersten Brücke, über die ab Herbst 2012 bis zur Fertigstellung des Zwillingsbaus Ende 2013 der ganze Autobahnverkehr laufen wird, sind eindrücklich. Allein für die fünf neuen, zwischen 19,5 und 30 Meter hohen Pfeiler waren 1700 m Beton und 165 Tonnen Bewehrungsstahl nötig. Die Pfeiler stehen auf standfestem Moränenmaterial, die Fundamente reichen bis zu 7 Meter tief in den Untergrund. Die Kosten für den Ersatz des Bünztalviadukts belaufen sich auf rund 36 Mio. Franken.

Nach der kurzen Winter- und Kältepause wird an der A1-Sanierung Lenzburg-Birrfeld wieder intensiv gearbeitet. Nach der Fertigstellung des ersten Abschnitts vom Bünztalviadukt bis ins Birrfeld ist die ursprünglich 9,5 Kilometer lange Baustelle um die Hälfte kürzer geworden.

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