Kommentar

Der Bruderer-Effekt von rechts und was Wermuth mit Knecht verbindet

Rolf Cavalli

Die exklusive Wahlumfrage der AZ zu den Aargauer Ständeratswahlen bestätigt, wo die Stärken und Schwächen der Kandidaten liegen. Der Kommentar.

Laufen die Ständeratskandidaten am 20. Oktober in der Reihenfolge ein, wie die Umfrage zeigt, wäre das keine Überraschung. Drei kurze Erkenntnisse:

– Thierry Burkart ist auf dem Weg zur neuen Pascale Bruderer. Was der SP-Frau von links gelang, schafft offenbar auch der FDP-Mann von rechts: Er ist auch für Stimmberechtigte ausserhalb seines ideologischen Lagers wählbar.

– Anders Hansjörg Knecht (SVP) und Cédric Wermuth (SP). Die beiden Kandidaten der Pol-Parteien mobilisieren zwar sehr gut ihre eigene Basis; Wermuth Rotgrün, Knecht SVP und Rechtsfreisinn. Aber dann erschöpft sich ihr Potenzial. Weder Wermuth noch Knecht kommen laut Umfrage bei Mitte-Wählern an. Das wundert nicht: Knecht politisiert stramm auf SVP-Linie, Wermuth kompromisslos links. Knechts Vorteil: Ihm könnte seine rechtsbürgerliche Wählerbasis reichen; die ist im Aargau schlicht grösser als das linksgrüne Lager, auch wenn dieses bei den Nationalratswahlen leicht wachsen dürfte.

– Die grosse Unbekannte bleibt die Dynamik im zweiten Wahlgang: Kann Wermuth dort zulegen und doch noch entscheidende Mitte-Stimmen holen? Was ändert sich, wenn Thierry Burkart schon gewählt ist? Kommt dann Marianne Binder nochmals ins Spiel, der aufgrund ihrer mittlerweile schmalen CVP-Basis im ersten Wahlgang ein bescheidenes Ergebnis droht?

Die Umfrageresultate sind realistisch, aber noch längst keine Wahl. In diesen Tagen sind die Stimmunterlagen eingetroffen. Jetzt sind erst mal die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am Zug.

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