Vierte Staffel
«Der Bestatter»: Aargauer Tote sorgen wieder für gute Quote

Toter Kältetechniker, tote Kindergärtnerin, toter Hotelkritiker: Auf Luc Conrad wartet in der neuen Staffel der SRF-Serie «Der Bestatter» viel Arbeit. Hauptschauplatz sind drei Dörfer im Aargau und eines in Zürich, die im Fernsehen im fiktiven Morgenthal eins werden.

Mario Fuchs
Drucken
Teilen
Spurensuche im Haus Giovanoli: Mike Müller als Luc Conrad, Samuel Streiff als Reto Dörig Folge 1: Letzte Worte
13 Bilder
Ist sie die Nächste? Barbara Terpoorten als Anna-Maria Giovanoli Folge 1: Letzte Worte
Vermutet die Tat eines Serienkillers im Aargau: Martin Ostermeier als Dr. Alois Semmelweis Folge 1: Letzte Worte
Sündenbock oder Serienkiller: Peter Freiburghaus als Schwarzkittel Folge 1: Letzte Worte
Lynchjustiz: Luc Conrad (Mike Müller) beugt sich über den «Schwarzkittel» (Peter Freiburghaus), den Dorfbewohner des Mordes verdächtigen und verprügelten. Folge 2: «Gefährliches Gelände»
Vor sich die tödliche Gefahr: Hauptkommissarin Anna-Maria Giovanoli (Barbara Terpoorten) Folge 2: «Gefährliches Gelände»
Wird von Luc im Stich gelassen: Praktikant Fabio Testi (Reto Stalder) Folge 2: «Gefährliches Gelände»
Auf einem Rachefeldzug: Patrick Gruber (Jörg Plüss), dessen Frau ermordet worden ist. Folge 2: «Gefährliches Gelände»
Bei der toten Freundin: Luna Wedler als Katharina, Mike Müller als Luc Konrad Folge 3: Falsche Freunde
Mordverdächtiger im Verhör: Samuel Streiff als Kommissar Dörig (l.), Martin Rüegg als Mario Giovanoli (2.v.l.) Folge 3: Falsche Freunde
Wurde beim Absturz nachgeholfen? Barbara Terpoorten als Anna-Maria Giovanoli, Martin Ostermeier als Dr. Semmelweis, Sina Zimmerann als Miry (liegend) Folge 3: Falsche Freunde
Hält den Bruder in Schach: Barbara Terpoorten als Anna-Maria Giovanoli Folge 3: Falsche Freunde
«Der Bestatter»: die 4. Staffel

Spurensuche im Haus Giovanoli: Mike Müller als Luc Conrad, Samuel Streiff als Reto Dörig Folge 1: Letzte Worte

SRF/Sava Hlavacek

Manchmal verwischen Fiktion und Wirklichkeit auf tragische Art. Mathias Gnädinger spielte im Dienstagabendkrimi «Der Bestatter» den Bösewicht Louis Lauener. Im Februar dieses Jahres, es läuft das Finale der 3. Staffel, das Ende der letzten Folge, sagt er: «So sieht das Ende aus. Aber das weisst du ja.» Der Bösewicht stösst den Bestatter in ein ausgehobenes Grab, zielt mit der Pistole auf ihn. Doch mit der Verbündeten von Luc Conrad hat Lauener nicht gerechnet – am Schluss liegt er selber tot im Grab. Zwei Monate später verstirbt Mathias Gnädinger 74-jährig im Unispital Zürich an Lungenversagen. Die Trauer im Land ist gross.

Der Bestatter, gespielt von Mike Müller, hat überlebt. Und wie: Im Frühling beginnen die Arbeiten an der neuen Staffel. Im Sommer wird bekannt, dass das Schweizer Fernsehen den «Bestatter» in Synchronfassungen nach Deutschland, Kanada und in die USA verkaufen konnte. Auch auf Netflix ist Müller inzwischen zu sehen. Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion bei SRF, erklärt das grosse Interesse so: «Damit eine Serie international erfolgreich wird, muss sie primär auf dem heimischen Markt funktionieren. Und zwar mit Geschichten, die nah am Schweizer Alltag sind.»

Für den Kanton Aargau bedeutet das: Er erhält diesmal einen noch grösseren Auftritt. Zu den bisherigen Drehorten in und um Aarau, Untersiggenthal (das Bestattungsinstitut Conrad), Seengen, Windisch oder Wettingen kommen neue hinzu: Freienwil, Auenstein, Teufenthal und Weiningen ZH. Sie bilden zusammen das fiktive Dorf Morgenthal – den Mittelpunkt einer Geschichte, die sich durch die gesamte neue Staffel fortschreibt. Bereichsleiter Fitze: «In der neuen Staffel setzen wir noch stärker auf lokale Geschichten und entführen unser Publikum in die aargauische Provinz, wo sich ungeahnte Abgründe auftun.»

Elf Drehtage für 58 Minuten

Gedreht und geschnitten wird «Der Bestatter» von der Produktionsfirma Snakefilm GmbH des Meisterschwandeners Markus Fischer. Eine 58-minütige Episode braucht elf Drehtage – in etwa gleich viel wie eine vergleichbare amerikanische Serie. Nur: Die Verhältnisse beim Dreh waren offenbar nicht amerikanisch, sondern eben eher aargauisch, wie Müller kürzlich im Interview mit dem Portal «Klein-Report» witzelte: «Wir haben halt keine Camper, sondern fünf Campingstühle aus dem Jumbo.» Nebst Fischer sind zahlreiche weitere Akteure mit Wurzeln im oder Bezügen zum Aargau involviert.

Simone Schmid wurde neu ins Team der Drehbuchautoren aufgenommen, die «Tages-Anzeiger»-Reporterin wuchs unter anderem im Fricktal auf. Mona Petri spielt Karin Geiser, die Ehefrau des Morgenthaler Försters. Petri ist seit 2007 Ensemblemitglied im Theater Marie in Aarau. Joris Gratwohl war nach der Ausbildung zum Diplomkaufmann Anfang der Neunzigerjahre ein Jahr Fussballprofi beim FC Aarau. Danach wurde er Schauspieler, im «Bestatter» tritt er als Möbelbauer Ruedi Weber auf, ein waschechter «Morgenthaler». Ebenfalls in «Morgenthal» zu Hause ist Barfrau Lejla Ivanovic, gespielt von der Brugger Schauspielerin Lale Yavas.

Fernsehstart am 5. Januar

Der Plot wird in der 4. Staffel dort aufgenommen, wo er am Ende der letzten Staffel stehengeblieben war: in einem dunklen Kellerloch, in dem Kommissarin Anna-Maria Giovanoli eingesperrt ist – eingesperrt von ihrem Bruder Mario. Derweil wird ihre Mutter in Morgenthal beerdigt und im Wald eine Frauenleiche entdeckt. Luc Conrad befürchtet, es handle sich dabei um seine Anna-Maria – dass diese unter der Erde um ihr Leben kämpft, weiss er noch nicht.

Doch die Leiche im Wald ist jene einer Kindergärtnerin. Und die Morgenthaler haben den Mörder schnell gefunden: «Schwarzkittel», der Einsiedler, der im Wald wohnt. Der war schon immer komisch, und in seiner Hütte werden gar Kleider der Toten gefunden. Die Morgenthaler «Nachbarschaftshilfe» ist wütend – und schreitet selbst zur Tat. Ausgestrahlt werden die sechs Folgen ab dem 5. Januar 2016 auf SRF 1.

Aktuelle Nachrichten