Rechnungswesen
Der Amtsschimmel wiehert: Kanton stellt 40-Rappen-Rechnung

Bei der Finanzabteilung der Aargauer Zeitung ist tatsächlich eine Rechnung von einem lächerlichen Betrag von 40 Rappen eingetroffen. Hat sich da jemand einen Scherz erlaubt?

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Grosses Erstaunen bei der Finanzabteilung der Aargauer Zeitung: Der Kanton fordert per Rechnung und Einzahlungsschein 40 Rappen Quellensteuern ein. Hintergrund der Forderung:

Eine freie Mitarbeiterin stand im zweiten Abrechnungsquartal 2013 nur einmal im Einsatz und erhielt dafür ein Honorar von 150 Franken. Weil sie nur die Aufenthaltsbewilligung B besitzt, wird eine Quellensteuer von 40 Rappen fällig. Soweit ist alles korrekt.

Doch ist es nicht Verhältnisblödsinn, eine Rechnung über einen derart lächerlichen Betrag zu versenden? «Da ist der Sachbearbeiterin offensichtlich ein Fehler unterlaufen», sagt Alfred Stiner, Sektionsleiter Quellensteuern im Finanzdepartement.

Die Aargauische Quellensteuer

Die Aargauische Quellensteuer gilt für ausländische Personen mit Wohnsitz im Kanton oder im Ausland, die im Kanton eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausüben. Der Quellensteuerabzug durch die Arbeitgebenden ersetzt die ordentliche Veranlagung. Von diesem Verfahren ausgenommen sind Personen mit der Niederlassungsbewilligung C. Diese werden ordentlich veranlagt.

«Wo gearbeitet wird, passieren Fehler». Als Möglichkeit, Forderungen im Rappenbereich zu verhindern, nennt der Leiter der Sektion Quellensteuern den Zeitraum der Berechnung auf einen längeren Zeitraum auszudehnen und zuzuwarten, bis der Minimalbetrag von 12 Franken erreicht ist.

Die zweite Möglichkeit sei, so Stiner, auf die Einforderung von Minimalbeträgen zu verzichten und über ein spezielles Konto abzuschreiben. Stiner erklärt den Fauxpas mit dem Hinweis, dass am Quartalsende Hunderte von Quellensteuerabrechnungen auszustellen sind.

«Da kann es schon passieren, dass eine Rechnung wie diese durchrutscht.»

Der Amtsschimmel hat gewiehert, aber immerhin: Die Rechnung kann gekübelt werden. Stiner verspricht hoch und heilig, dass die Aargauer Zeitung keine 40-Rappen-Rechnungen mehr erhalten wird. (ZA)