Die steigende Anzahl steuerpflichtiger Personen habe dazu geführt, dass die Prüfungsdichte im Bereich der Veranlagung reduziert worden sei, schreibt die Aargauer Regierung in einer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine SP-Interpellation. Um die Arbeitslast abzubauen, seien Toleranzgrenzen eingeführt bzw. bestehende Toleranzen erhöht worden.

Als «besonders herausfordernd» bezeichnet die Regierung die Situation in der Sektion Quellensteuer. Dort bestehe derzeit ein Verarbeitungsrückstand von rund vier Monaten. Einzelne Aufgaben könnten vorübergehend nicht mehr wahrgenommen werden. Zudem sei in dieser Sektion ein hoher Überzeit- und Feriensaldo zu verzeichnen.

In anderen Bereichen sei versucht worden, durch eine Straffung der Abläufe mehr Effizienz zu erreichen. Dies sei aber nicht überall möglich. Nächstes Jahr will das Steueramt seine Lehrlingsausbildungstätigkeit reduzieren, damit man personellen Ressourcen auf das Kerngeschäft konzentrieren kann.

Anzahl steuerpflichtiger Personen nimmt zu

Seit der Einführung der einjährigen Gegenwartsbesteuerung 2001 wuchs die Zahl der Aargauer Wohnbevölkerung um 15 und diejenige der steuerpflichtigen natürlichen Personen um 24 Prozent. Im gleichen Zeitraum betrug das Stellenwachstum in der Sektion natürliche Personen des Aargauer Steueramtes 14,7 Prozent.

Die Zahl der steuerpflichtigen juristischen Personen stieg im selben Zeitraum sogar um 63 Prozent. Demgegenüber betrug das Stellenwachstum in dieser Sektion 17,9 Prozent.

Der Veranlagungsstand per Ende September 2014 in den einzelnen Bereichen ist unterschiedlich. Bei der Wertschriftenbewertung beträgt das Ziel 118'700 Dossiers. Der Stand Ende September liegt bei 103'600 Dossiers. Bei den Erbschafts- und Schenkungssteuern sind 20 Veranlagungen mehr pendent als die Zielvorgabe von 220. 

Bei den Veranlagungen für die Steuerperiode 2013 ist das kantonale Steueramt bei den natürlichen Personen leicht im Rückstand. Bei den juristischen Personen wurde das Soll sowohl für 2013 als auch für 2012 übertroffen.