Trockenheit

Der Aargau richtet sich auf den Klimawandel ein – diese Bilder zeigen zwei Extreme

Zusammen mit Umweltverbänden erarbeitet der Kanton Anpassungsmassnahmen zum Klimawandel.

«Die Folgen der Trockenheit werden erst in den nächsten Monaten richtig zu sehen und zu spüren sein; daran ändern auch die aktuellen Gewitter und Niederschläge nichts.» Das schrieb der Kanton in einer Medienmitteilung. Bei einem Gespräch am runden Tisch kamen Vertreter der Kantonsverwaltung und Verbandspräsidenten aus den Bereichen Natur und Landwirtschaft zusammen, um über den Klimawandel zu sprechen. Thematisiert wurden die Auswirkungen der Trockenheit, welche Massnahmen zur Verbesserung der Situation ergriffen werden müssen und vor allem, wie man sich langfristig mit den klimatischen Veränderungen ausseinandersetzen soll.

Trinkwasserengpass in Aussicht?

Wie diese Massnahmen aussehen sollen, erklärt Norbert Kräuchi, Leiter Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons: «Die Auswirkungen des Klimawandels sind teilweise mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.» Deshalb sei es wichtig, Massnahmen zu erarbeiten, die auch unabhängig vom Klimawandel ökonomisch, ökologisch und sozial sinnvoll sind. «Ihr gesellschaftlicher Nutzen ist auch dann noch gegeben, wenn der primäre Grund für die ergriffene Strategie – der stattfindende Klimawandel – nicht im erwarteten Ausmass zum Tragen kommt.»

Im Fokus der vergangenen Diskussion zwischen Kantons- und Verbandsvertretern standen die Trockenheit und deren Auswirkung auf Gewässer. Kürzlich sistierte der Kanton die Wasserentnahme aus Bächen wegen der tiefen Pegel. Neben den grossen Auswirkungen auf die Landwirtschaft kann die Trockenheit auch den Grundwasserspiegel bedrohen. «Sollte es eine nächste niederschlagsarme Phase geben, könnte es in grossen Teilen des Kantons ab Frühling 2019 zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung kommen», befürchtet Norbert Kräuchi.

Nutzungskonflikte in Aussicht

Auch die Fische leiden, vor allem Äschen und Forellen. Kurt Braun ist Präsident des Aargauischen Fischereiverbands. Er sagt: «Momentan muss man alles probieren, um die Fische zu retten. Das Abfischen oder Zuführen von kaltem Wasser sind aber nur kurzfristige Lösungen.» Wirksamer seien Massnahmen, die auch langfristig Nutzen zeigen. Zum Beispiel: «In Bächen sollten tiefe Stellen geschaffen werden, wo kühlere Temperaturen herrschen. Auch Totholz im Wasser ist gut – aber hier kommen wir in Konflikt mit dem Hochwasserschutz», so Braun. Laut Norbert Kräuchi setzt der Kanton bereits einige dieser Massnahmen um. Man müsse jedoch Prioritäten setzen, welche Änderungen langfristig eine zufriedenstellende ökonomische, ökologische und soziale Anpassung an den Klimawandel ermöglichen. Einfach ist das nicht: «Landnutzungsänderungen werden Nutzungskonflikte zwischen Produktion und Ökologie entstehen lassen.» Ziel sei, gemeinsam mit allen Beteiligten zu diskutieren und die Konflikte zu lösen. Die Gespräche am runden Tisch werden regelmässig stattfinden.

Hochwasser und Trockenheit

Ein Tweet des Kantons Aargau zeigt, wie rasch sich die Extreme abwechseln. Das Foto von Ende April zeigt die Sissle mit Hochwasser, Anfang August ist das Bachbett ausgetrocknet.

(ngü/kob)

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