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Der Aargau ist nun eine eigene Tourismusregion

Der Aargau figuriert unter dem Dach von Schweiz Tourismus neu als eigenständige Tourismusregion. Dadurch eröffnen sich neue Werbekanäle. Am Aargauer Tourismusgipfel in Spreitenbach wurde das Konzept sowie das neue Logo vorgestellt.

Manuel Bühlmann
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Kathrin Scholl (Präsidentin Aargau Tourismus, Mitte) flankiert von Andrea Lehner (ehemalige Geschäftsführerin, links) und deren Nachfolgerin Barbara Studer.

Kathrin Scholl (Präsidentin Aargau Tourismus, Mitte) flankiert von Andrea Lehner (ehemalige Geschäftsführerin, links) und deren Nachfolgerin Barbara Studer.

Chris Iseli

Burgen, Bäder, Altstädte – der Aargau hat Touristen einiges zu bieten. Kein Grund, sich hinter den anderen Kantonen zu verstecken. Und dennoch hat es lange gedauert, bis auch der Aargau eine eigene Tourismusregion bildet.

Gestern Abend am Tourismusgipfel in der Spreitenbacher Umweltarena war es soweit: Als 14. Region hiess Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, den Aargau willkommen.

Mit einem Augenzwinkern wies er in seiner Rede auf den «strategischen Vorteil» des Doppel-A im Namen hin: Die neuste der Tourismusregionen erscheint auf der Übersicht aller Mitglieder an erster Stelle – noch vor den touristischen Schwergewichten Graubünden, Tessin und Wallis. «Der Aargau führt nun das touristische Flaggschiff an.»

Anspielend auf die Eroberung 1415 durch die eidgenössischen Orte sagte Schmid: Nun sei das Ende von 600 Jahren politischer Inkorrektheit gekommen. Bis anhin waren die Kantonsgebiete auf die umliegenden Tourismusregionen Basel, Bern Region, Zürich Region und Luzern-Vierwaldstättersee verteilt.

«Von jetzt an kann sich der Aargau als Region einbringen und mitdiskutieren», sagte Schmid. Zudem sei dieser voll in die touristischen Kampagnen eingebunden.

Was das bedeutet, zeigt sich anhand eindrücklicher Zahlen: 33 Millionen Broschüren verteilte Schweiz Tourismus im letzten Jahr, über 70 000 Personen besuchten pro Tag den Onlineauftritt, der in 16 Sprachen übersetzt wird.

Das Ziel der eigenen Tourismusregion: eine bessere Vermarktung des Kantons. Aus diesem Grund stellte der Regierungsrat vor rund einem Jahr den entsprechenden Antrag an Schweiz Tourismus.

Landammann Urs Hofmann sagte, der Aargau sei verdientermassen auch ein Tourismuskanton, als Industrie-, Kultur-, Energie-und Hightech-Kanton gelte er ja bereits.

Mit Blick auf die Geschichte scherzte er: Die Fremdherrschaft habe schon vor über 200 Jahren geendet, jetzt ende endlich auch die Fremdvermarktung. Eine Million Franken Anschubfinanzierung aus dem Swisslos-Fonds hat die Regierung für das Projekt gesprochen.

Die doppelte Premiere

Ein neuer optischer Auftritt soll der Marke die nötige Bekanntheit verschaffen. Und wie dieser aussieht, zeigte sich am gestrigen Tourismusgipfel.

Dabei erlebte das Publikum in der Umweltarena eine doppelte Premiere: Die neue Geschäftsführerin von Aargau Tourismus, Barbara Studer, präsentierte mit ihrer Vorgängerin Andrea Lehner und Präsidentin Kathrin Scholl das neue Logo – ein farbiges A, das für die Vielfalt des Kantons steht.

Studer, eine gebürtige Fricktalerin, sagte, sie freue sich darauf, ihre Heimat zu vermarkten. Sie tritt die Nachfolge von Andrea Lehner an, die nach fünf Jahren als Geschäftsführerin von Aargau Tourismus aufhört. Mit auf den Weg gab Lehner ihrer Nachfolgerin eine Schatztruhe voller Perlen – touristische Perlen habe der Kanton viele zu bieten.