Vaterschaftsurlaub
Der Aargau ist knausrig, wenn es um den Vaterschaftsurlaub geht

Der Regierungsrat steht der SP-Fraktion im Grossen Rat Rede und Antwort. Diese will einen grosszügigeren Vaterschaftsurlaub für Angestellte des Kantons. Und entlockt dem Regierungsrat dabei ein empfindliches Zugeständnis.

Tim Honegger
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Immer mehr Väter wünschen sich einen Vaterschaftsurlaub (Symbolbild)

Immer mehr Väter wünschen sich einen Vaterschaftsurlaub (Symbolbild)

Keystone

Die Sozialdemokraten forderten, dass die Väter, die für den Kanton arbeiten, einen Vaterschafts-Urlaub von einem Monat erhalten: Einen entsprechenden Auftrag reichte die SP-Fraktion 2006 im Grossen Rat ein.

Der Regierungsrat schlug im Gegenzug einen Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen vor, wovon eine bezahlt sein sollte.

Allerdings scheiterte die Vorlage im Kantonsparlament äusserst knapp: 63 Ratsmitglieder stimmten dagegen, 59 dafür.

Doch die Sozialdemokraten lassen nicht locker. Diesen Sommer reichten sie eine Interpellation ein und stellten den Regierungsrat zur Rede.

Sie wollten wissen, wie er den 3-tägigen Vaterschaftsurlaub einschätzt, und wie der Aargau als Arbeitgeber im Vergleich mit anderen Kantonen abschneidet.

Aargauer Regelung nicht mehr zeitgemäss

Nun antwortet der Regierungsrat, der von den Fragen klar in die Ecke gedrängt wurde. So muss er eingestehen, dass die aktuelle Regelung zum Vaterschaftsurlaub der Beamten im Aargau «nicht mehr grosszügig» sei. Somit geht «der gesellschaftliche Trend, den Vaterschaftsurlaub grosszügiger zu regeln», am Aargau vorbei.

Allgemein seien die Arbeitszeiten der Beamten allerdings «attraktiv», so der Regierungsrat.

Ein klares Eingeständnis konnten die Sozialdemokraten dem Regierungsrat doch noch entlocken. Denn im Vergleich mit den anderen Kantonen schneidet der Aargau als Arbeitgeber nicht gut ab.

www.ag.ch/dfr

«Die Mehrheit der Kantone gewährt einen Vaterschaftsurlaub von fünf Tagen», so der Regierungsrat.

Im Aargau dürfen die frisch gebackenen Väter der Arbeit nur drei Tage fernbleiben. Dennoch schreibt der Regierungsrat: «Aus Sicht der Regierungsrats besteht aktuell kein dringender, punktueller Handlungsbedarf zum Vaterschaftsurlaub.»

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