Von einem Rückschlag will er nicht sprechen. Dennoch ist Feldchef Werner Stauffer aus Dürrenäsch leicht enttäuscht. Denn dieses Jahr haben im Aargau nur 13'327 Schützinnen und Schützen am Feldschiessen teilgenommen. Das sind nicht nur 1134 weniger als im letzten Jahr; mit diesem Ergebnis rutscht der Aargau in der Kantonswertung wieder auf Platz drei zurück. Die Zürcher, die man letztes Jahr überholt hatte, haben sich Rang zwei hinter den uneinholbaren Bernern zurückerobert.

Schützenhochburg Bünzen

Es gibt zwei Hauptgründe für den Teilnehmerrückgang, analysiert Stauffer, der bereits zum 15. Mal das Feldschiessen im Aargau leitet. Das gute Wetter habe viele Schützen vom Gang ins Schützenhaus abgehalten, erklärt Stauffer. Und viele Schützenvereine hätte zu wenig gründlich für das Feldschiessen geworben. Während fast bei allen Schiessplätzen ein Teilnehmerrückgang zu verzeichnen ist, zeigt die Schützenhochburg Bünzen, wie es auch gehen könnte.

In Bünzen legten sich für das diesjährige Feldschiessen gleich 1012 Schützinnen und Schützen aufs Läger. «Das ist das erste Mal, dass ein Schiessplatz die 1000er-Marke knackt», freut sich Stauffer. «Die Bünzer beweisen, dass sich viele Teilnehmer mobilisieren lassen, sofern der durchführende Verein entsprechende Aktivitäten entwickelt.» So konnte sich die Schützen in Bünzen per E-Mail Schiesszeit und Scheibe reservieren lassen.

Speckseite als Prämie

«Die Schützenvereine müssen aktiver für Feldschiessen werben», sagt Stauffer. «Es genügt nicht, wenn man nur einen Flyer mit den Schiesszeiten verteilt.» Wie es geht, sehe man in den eher ländlichen Regionen: Im Oberfreiamt und im Wynental funktioniere die persönliche Werbung gut, sagt Stauffer, und ebenso in Fricktal rund um Kaisten. Und auch der Aargauer Schiesssportverband hat sich etwas einfallen lassen: Jeder Schützenverein, der eine Zunahme von mindestens 15 Schützen gegenüber dem Vorjahr vorweisen kann, erhält eine Speckseite.

Stauffer sieht aber auch eine positive Entwicklung. Viele junge Schützen hätten am Feldschiessen teilgenommen. Das beweise, dass der Schiesssport auch die junge Generation begeistere. 

Das eidgenössische Feldschiessen gilt als grösstes Schützenfest der Welt. Im Aargau wurde auf 47 Schiessplätzen geschossen. Die Teilnahme und die Munition sind gratis. Ausser für Jugendliche, Junioren und Ausländer. Die müssen die Munition selber bezahlen, werden aber vom Schützenmeister persönlich betreut. «Am Feldschiessen können die Vereine zeigen, dass sie sehr lebendig sind und nicht einfach nur Lärm machen», sagt Stauffer.

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