Neue Messung
Der Aargau breitet sich aus - zu Lasten des Kantons Bern

Der Kanton Aargau wird ein Spürchen grösser, der Kanton Bern dafür kleiner. Der Grund sind Hightech- Flächenmessungen im Westzipfel des Aargaus. Es geht um eine Fläche von genau 1895 Quadratmetern.

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Das Gebiet zwischen Murgenthal, Roggwil und Wynau

Das Gebiet zwischen Murgenthal, Roggwil und Wynau

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Die rechten Uferlinien der Bäche Rot und Murg, welche die Kantonsgrenze zwischen Murgenthal AG und Roggwil BE sowie Wynau BE bilden, haben sich in den letzten 100 Jahren verschoben.

Es geht um eine Fläche von genau 1895 Quadratmetern, also um etwa die halbe Fläche eines Fussballfeldes. Landgewinnerin ist die 2832- Seelen-Gemeinde Murgenthal im aargauischen Bezirk Zofingen.

Die von der Natur vorgegebene Grenzverschiebung werde nun auch in den amtlichen Plänen vollzogen, teilte der Gemeinderat Murgenthal am Donnerstag mit. Der Verwaltungsakt hat aber noch nicht alle Hürden übersprungen.

«Die Aargauer und Berner Regierungsräte müssen die Grenzverschiebung noch genehmigen», sagte der Aargauer Kantonsgeometer Christian Gamma auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die drei Gemeinden hätten der Grenzregulierung bereits zugestimmt.

Grenzverlauf aus dem Jahr 1871

Auf die schleichende Grenzverschiebung stiessen die Nachbargemeinden, als sie ihre rund 100 Jahre alten Grundbuchvermessungen erneuerten. Dabei wurden auch die Uferlinien der Bäche Murg und Rot neu aufgenommen.

Der Grenzverlauf zwischen den beiden Kantonen in den Bächen war im Juni 1871 in einem Bundesbeschluss festgelegt worden. Bei den neuen Flächenmessungen nutzten die Fachleute Satelliten- Navigationssysteme sowie Laser- und Infrarotgeräte.

Könnte es sein, dass vor über 100 Jahren falsch gemessen worden war? «Eher nicht», betonte Kantonsgeometer Gamma: «Man hat natürlich so gut gemessen, wie das damals möglich war.»