Alt Regierungsrat Arthur Schmid feiert heute seinen 90. Geburtstag. Dazu gratuliere ich ihm herzlich, verbunden mit dem besten Dank für alles, was er in seinem langen politischen Leben für die Menschen in unserem Kanton geleistet hat. Arthur Schmids Leben und Wirken sind ein wichtiger Teil der neueren Geschichte unseres Kantons und der Aargauer Sozialdemokratie.

Als Sohn eines Politikers und Journalisten wurde Arthur Schmid 1928 in Oberentfelden geboren. Sein Vater war Redaktor der sozialdemokratischen Tageszeitung «Freier Aargauer» und sass bei der Geburt seines Sohnes seit acht Jahren im Nationalrat.

Die Welt war damals eine ganz andere. Elf Jahre nach der Geburt von Arthur Schmid brach der 2. Weltkrieg aus. Die Sozialdemokratie rang um ihre Position in der bürgerlichen Schweiz. Generalstreik und Russische Revolution lagen noch nicht lange zurück und waren für viele Parteimitglieder prägende Erfahrungen.

In die Fussstapfen eines starken Vaters zu treten, ist nicht immer einfach. Arthur Schmid ist dies gelungen. 1959 nahm er als Nachfolger seines Vaters für zwanzig Jahre im Nationalrat Einsitz. Nach einigen Jahren als Mitglied des aargauischen Obergerichts leitete er von 1965 bis 1993 während 28 Jahren das «ED», wie man das Erziehungsdepartement im Kanton damals noch nannte.

Sechsmal war er für jeweils ein Jahr Aargauer Landammann. Und während vier Jahren (1970 bis 1974) stand Arthur Schmid an der Spitze der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz. 1973 war er der offizielle Bundesratskandidat der SP. Gewählt wurde der Solothurner Willi Ritschard.

Mit seiner Gradlinigkeit, seiner Schaffenskraft und seiner menschlichen Wärme war Arthur Schmid auch für mich als junger Sozialdemokrat ein Vorbild. Er hat in einer bewegten Zeit Politik gemacht und in einem nicht immer einfachen Umfeld vieles erreicht. Zunächst erlebte er Jahre des Aufbruchs, der Hoffnung, der Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Neugestaltung der Lehrerbildung: eine grundlegende Veränderung in der Mittelschullandschaft Aargau. Das Aargauer Kuratorium: eine schweizerische Pioniertat für eine unabhängige staatliche Kulturförderung. Die Hochschule für Bildung: ein wahrer Leuchtturm für den Kultur- und Bildungskanton Aargau wäre sie geworden.

Doch die gestützt auf einen Volksentscheid umsichtig konzipierte Bildungshochschule wurde von der bürgerlichen Mehrheit des Grossen Rats kurz vor dem Ziel gestoppt. Ein Entscheid, der symptomatisch für einen Wechsel im Aargau von damals steht: vom Kanton des Aufbruchs und des Fortschritts hin zu einem konservativ-bewahrenden Stand. Es seien Jahre zur «Verhinderung von Schlimmerem» gekommen, kommentierte Arthur Schmid diese Entwicklung.

Arthur Schmid hat wie wenige Zeitgenossen die Entwicklung des Aargaus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mitgeprägt. Unser Kanton und die Sozialdemokratische Partei des Kantons Aargau haben ihm viel zu verdanken. Ich wünsche ihm in seinem Elternhaus in Oberentfelden, in dem er auch heute noch zu Hause ist, weiterhin alles Gute, eine gute Gesundheit und noch viele glückliche Jahre.