Früsch vo de Läber(t)e
Den Hundsbuck hinunter direkt in die Hägelerstrasse rutschen

Das Wort «Hund» ist im Volksmund meistens negativ besetzt – auch bei den Flurnamen.

Beatrice Hofmann
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Der Name «Opfenau» in Baden deutet auf ein Feuchtgebiet hin.

Der Name «Opfenau» in Baden deutet auf ein Feuchtgebiet hin.

CH Media

Rund um das Allmend-Quartier herum gibt es drei Flurnamen, für die sich Hugo Doppler aus Baden interessiert, nämlich Hundsbuck, Hägeler und Opfenau. Westlich von Baden liegt zwischen Meierhof und Allmend der Hundsbuck – ein Hügel.

Das schweizerdeutsche Wort «Buck» bedeutet dabei rundliche Bodenerhebung; in Flurnamen werden damit Hügel und Erhebung bezeichnet. Auch meint Buck Wölbungen oder Beulen am menschlichen Körper.

Der dazugehörige Familienname «Buck», alteingesessen in den Gemeinden Möhlin, Gebenstorf und Turgi, der einen Menschen mit einer charakteristischen Wölbung am Rücken bezeichnet, gehört ebenfalls zu dieser Wortfamilie.

Das Wort «hac» meint Hag oder Umzäunung

Der Name Hund kommt in der Namenlandschaft häufig vor. Obwohl der vielfältigen Verwendbarkeit des Tiers, etwa bei der Jagd, bei der Bewachung, beim Viehhüten und seiner Anhänglichkeit an den Menschen, ist das Wort Hund im Volksmund meistens negativ konnotiert. Mit Hund werden daher oft schlecht zugängliche, unfruchtbare oder ungünstig gelegene Grundstücke bezeichnet.

Je nach Dialektregion ist kein Hundsbuck, sondern ein Hundsrügge (etwa im Kanton St.Gallen) belegt. In diesem Fall handelt es sich um einen Vergleichsnamen, der ein lang gezogenes und gewölbtes Landstück, ähnlich eines Hunderückens, bezeichnet.

Das Gleiche trifft auf den Hundsbuck in Baden zu. Wenn man vom Hundsbuck hinunter rutscht, gelangt man in die Allmend, in der sich die Hägelerstrasse befindet. Was bedeutet der Name Hägeler?

Der Name leitet sich vom althochdeutschen Wort «hac» ab, das Hag oder Umzäunung meint. Damit sind in der Landschaft natürlich oder künstliche umfriedete Stellen gemeint. Also natürliche Hecken, die meist von Haselstauden, Holunder, Hagebuchen oder Weissdorn gebildet sind, oder künstliche Zäune aus Stangen und Pfählen.

-au bezeichnet im Allgemeinen Feuchtgebiete

Die Einfriedung ist ein wichtiges Element in der historischen Landnutzung und -verteilung. Es ist gleichwohl symbolisches Grenzzeichen wie auch praktisches Hindernis für Mensch und Vieh. Zahlreiche Namen werden nach Grenzen und Zäunen benannt – etwa Ischlag, Ihegi oder March.

Die Endung -ler deutet in den meisten Fällen auf eine Kollektivbezeichnung hin. Das bedeutet, dass im Gebiet Hägeler mehrere Einfriedungen existiert haben.

Nördlich des Allmend-Quartiers findet sich der Name Opfenau. Die Endung -au bezeichnet im Allgemeinen Feuchtgebiete. Der in diesem Gebiet liegende Geländeeinschnitt lässt auf ein ehemaliges Gewässer schliessen. Heute fliesst südlich davon noch der Stockmattgraben durchs Gelände. Der Name Opfen hat nichts mit einem Opfer zu tun, sondern leitet sich vom germanischen Personennamen «Otfrid» ab.

Der Flurname bezeichnet also das feuchte Landstück, in Besitz einer Person namens Otfrid. Otfrid gibt es schon lange nicht mehr. Wir wissen nichts über seine Herkunft und sein Leben. Gut möglich, dass er aber ebenfalls einer der vielen Zäune im Gebiet Hägeler errichtet und damit sein Grundstück eingefriedet hat. Möge er in Frieden ruhen.