Trockenheit
Den Äschen und Forellen geht die Luft aus

Die Pegel der Bäche, Flüsse und Seen sinken, aktuell liegen sie nahe der durchschnittlichen saisonalen Tiefstände. Für die Fische wird es eng.

Rebekka Balzarini
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Die Sissle ist stellenweise fast ausgetrocknet.

Die Sissle ist stellenweise fast ausgetrocknet.

Nadine Böni

Nicht nur die Bauern leiden wegen des fehlenden Regens, sondern auch die Fische. «Wenn die Fische im Bach verenden, ist das traurig anzusehen», so Kurt Braun vom Aargauischen Fischereiverband.

Für Forellen und Äschen in kleinen und mittleren Gewässern sei der Wasserstand zu tief und die Temperatur zu hoch. «Im warmen Wasser gibt es weniger Sauerstoff», erklärt Braun. In Bächen mit wenig Wasser, zum Beispiel der Sissle, drohten die Fische zu verenden.

Eine Massnahme, die Fische zu retten, wäre eine Notabfischung. Dabei werden gefährdete Fische eingefangen und an anderen Stellen wieder ausgesetzt. Laut Braun ist das aber nicht ganz unproblematisch. «Es ist kompliziert, einen Ort für die gefangenen Fische zu finden. Meistens sind an den geeigneten Stellen schon viele Fische, die aus eigener Kraft dorthin geflüchtet sind.» Zudem sei es schwer, eine Bewilligung für das Abfischen zu erhalten.

Noch kein Notfall

Eine Bewilligung werde erst dann erteilt, wenn wirklich Not vorliegt. Das sagt so Simone Britschgi vom Departement für Bau, Verkehr und Umwelt. Die elektrische Abfischung sei ein grosser Stress für die Fische, deshalb werde von Fall zu Fall entschieden.

Diese Woche wurden im Aargau zwei Notabfischungen bewilligt; die eine im Stöcken-, die andere im Attenschwilerbach. Eine zweite Sorge von Fischereiverbandspräsident Kurt Braun ist, dass die Bäche im Kanton heute wegen Renaturierungsprojekten zwar breiter, aber weniger tief sind. «Dadurch steigt die Wassertemperatur und es gibt weniger Stellen, wo die Fische sich zurückziehen können.»

Auch hier wehrt sich der Kanton: Tiefe Stellen seien nur ein Faktor, «viel wichtiger ist die Beschattung der Gewässer, weil sie hilft, das Wasser zu kühlen», so Britschgi. Gerade in heissen und trockenen Sommermonaten sei Schatten zentral, weil er für eine geringere Verdunstung sorge.

Momentan sei die Situation für die Aargauer Gewässer noch nicht so kritisch wie im Sommer 2003, so Simone Britschgi vom Umweltdepartement. Zum einen würden einzelne Gewitter für Entspannung sorgen, zum anderen kühle es in der Nacht ab, was eine zu hohe Wassertemperatur verhindere. Für eine langfristige Entspannung bräuchte es aber einige Tage Regen.