Der Regierungsrat beantragt beim Grossen Rat einen Kredit von 1,5 Mio. Franken für das touristische Dachmarketing 2014 bis 2016.

Er «anerkennt damit die wertvolle Aufbauarbeit, die der Verein Aargau Tourismus bisher geleistet hat», heisst es in einer Medienmitteilung.

Aargau Tourismus sei es «in den letzten Jahren gelungen, die Aufmerksamkeit für die Sehenswürdigkeiten und die Schönheit des Kantons Aargau stetig zu erhöhen».

Erhöht wurde deshalb auch der Kantonsbeitrag an den Verein, mit dem seit 2010 eine Leistungsvereinbarung besteht: von 390 000 Franken (2012) auf 500 000 Franken (2013). Im mehrjährigen Finanzplan 2013–2016 waren noch jährlich 550 000 Franken vorgesehen gewesen, doch fielen 50 000 Franken Sparmassnahmen des Kantons zum Opfer.

Präsidentin hätte gern etwas mehr

Die neue Aargau-Tourismus-Präsidentin und Grossrätin Kathrin Scholl sagt zwar, es sei «entscheidend, dass die Finanzen jetzt über drei Jahre gesichert sind». Sie kann jedoch nicht verhehlen, dass sie sich etwas mehr Geld gewünscht hätte.

Der Aargau investiere im Vergleich zu anderen Kantonen «sehr bescheiden» ins Tourismusmarketing, so Scholl. Nun gelte es, die Drittmittelbeschaffung zu forcieren. Zusammen mit Sponsoring, Swisslos-Fonds Aargau und Neuer Regionalpolitik (Bundesbeiträge) hat Aargau Tourismus 2013 ein Budget von 945 000 Franken.

Gern würde Scholl «auf grösseren Plattformen Präsenz markieren». Doch ausgerechnet hier droht eine Kürzung des Kredits. Dann nämlich, wenn die laufende Vernehmlassung des Kantons bei den Gemeinden kein grosses Bedürfnis nach einer eigenen Region Aargau bei Schweiz Tourismus zutage fördern sollte.

«Falls der Regierungsrat aufgrund des Umfrageresultats zum Schluss kommt, auf eine eigene touristische Region zu verzichten, verringert sich der Beitrag an Aargau Tourismus auf Fr. 450 000 pro Jahr», steht in der Botschaft ans Parlament.

Die Tourismusorte im Aargau sind heute verschiedenen Nachbarregionen zugeschlagen, der Kurort Rheinfelden zum Beispiel gehört zu Basel.

Der Leiter des Stadtmarketings Daniel Vulliamy befürwortet zwar eine 14. Tourismusregion Aargau auf myswitzerland.com.

«Wichtig aber erscheint uns, dass die bestehende gute Verbindung und Zusammenarbeit mit den Tourismusregionen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Hochrhein beibehalten werden kann», sagt Vulliamy.

Grosse Skepsis in Baden

Wirklich kritisch tönt es aus Baden. Der Aargau als Marke bei Schweiz Tourismus töne zwar «spontan verlockend», sagt der Leiter des Standortmarketings Thomas Lütolf.

Für eine bessere Wahrnehmung im globalen Markt müssten die Kräfte jedoch «in genügend grossen Regionen» gebündelt werden.

Baden zählt zur Region Zürich. Dies hat laut Lütolf den «Vorteil, dass die Aargauer Produkte in den stärksten Schweizer Marktfeldern angeboten werden».

Die touristischen Anbieter in Baden wollten deshalb diese «strategisch notwendige» Zusammenarbeit «unbedingt ausbauen».

Der Aufbau einer ebenso bekannten Region Aargau bände für Lütolf hingegen zu viele Mittel.

Geld, das für die eigentliche Bewerbung der wichtigen Aargauer Tourismusregionen deshalb fehlen würde. Zudem sei der Erfolg dieser rein technischen Massnahme nicht garantiert, womit ein Rückgang der Kundenkontakte unter die «Wirkungsschwelle» riskiert werde.

«Dann würden diese Gebiete zu weissen Flecken auf der touristischen Schweizer Karte», befürchtet Lütolf.