Schwimmen
David Karasek und Yannick Käser wollen an der EM ihre Schweizer Rekorde toppen

Mit Rekordzeiten schafften die beiden Aargauer David Karasek und Yannick Käser die eigentliche Olympia-Qualifikation. Doch bei den diesjährigen Spielen gibt es erstmals ein Kontingent, darum brauchen sie noch die Bestätigung vom Weltverband.

Patrick Pensa
Drucken
Teilen
Was die Haare anbelangt, ist Yannick Käser (rechts) in der Vorbereitung weiter als David Karasek.

Was die Haare anbelangt, ist Yannick Käser (rechts) in der Vorbereitung weiter als David Karasek.

pp

Erster Tag der Schweizer Meisterschaft im März in Oerlikon. Yannick Käser pulverisiert seinen eigenen Schweizer Rekord und unterbietet die über 200 Meter Brust von Swiss Swimming geforderte Limite für die Olympischen Spiele in London.

Drei Tage später. 200 Meter Lagen der Männer. Bereits im Vorlauf wirft David Karasek alles in die Waagschale, was sein Körper hergibt. «Als ich anschlug, dachte ich nur, was für eine geile Zeit. Dann sah ich meine Mutter auf der Tribüne vor Freude heulen und mir wurde bewusst, was ich erreicht habe», sagt Karasek, der mit Schweizer Rekordzeit ebenfalls die geforderte Olympia-Limite unterbot.

Bestätigung vom Weltverband für eine Teilnahme nötig

Aber: Die Limite von Swiss Swimming alleine reicht nicht für Olympia. Es braucht noch die Bestätigung vom Weltverband, da es bei den diesjährigen Spielen erstmals ein Kontingent gibt. «Bereits ein paar Stunden nach dem Rennen kamen die Eventualitäten ins Spiel», sagt Karasek, der zwar noch in den USA trainiert, sein Bachelor-Studium dort aber abgeschlossen hat.

Noch immer ist alles offen. «Theoretisch könnte die Zeit reichen, vielleicht reicht es aber auch ganz knapp nicht», sagt Käser. Deswegen ist die Marschroute für die Europameisterschaften in Debrecen für beide Schwimmer klar: die Bestzeit noch weiter nach unten schrauben, oder noch besser, die sogenannte A-Limite erreichen, mit der man mit Sicherheit an den Spielen ist. Bislang hat nur der Ostschweizer Dominik Meichtry dieses Limit unterboten.

Jetzt auf Lagen fokussiert

Die zwei Aargauer gehen ihrem Charakter entsprechend ans Werk. Käser, laut Karasek eher der zurückhaltende Typ, denkt, dass seine Zeit an der SM «schon sehr gut» war. Vielleicht wären noch kleine Nuancen herauszuholen. Schliesslich könnten schon Hundertstel am Ende entscheidend s

ein. Zu wenig für Karasek. «Ich will die A-Limite», sagt er überzeugt. Dass diese noch einmal über eine Sekunde unter seinem Schweizer Rekord liegt, beunruhigt ihn nicht. «Bevor ich an die SM kam, habe ich nur Crawl trainiert, weil mich die Uni als Crawler einsetzt.

Die Vierlagen habe ich gar nicht vorbereitet. Das habe ich jetzt getan», sagt der 24-Jährige aus Meisterschwanden, der zudem statt im Yard-Becken auf der 50-Meter-Bahn trainierte..

Für David Karasek geht es bereits heute um alles. Der Fricktaler Käser hat morgen seinen grossen Tag. Wirklich sicher sein können sie sich aber erst Mitte Juni, wenn das Selektionsfenster geschlossen ist.

«Es ist eine Win-Win-Situation»

Obwohl Käser erst zu den Limmat Sharks wechselte, als Karasek bereits in den USA war, kennen sich die zwei Schwimmer mittlerweile gut. Auf der Suche nach einer Uni hat Käser in Virginia bei Karasek vorbeigeschaut. «Ich konnte zwei Tage bei ihm wohnen, er hat mir alles gezeigt», sagt der 19-Jährige.

Vielleicht der Grund dafür, dass er sich mittlerweile auch für Virginia entschieden hat und dort Ende August sein Studium beginnen wird. «Ich finde es cool, es ist eine Win-Win-Situation. Die Uni und Yannick werden profitieren», sagt Karasek, der sich für seinen Master-Abschluss an Universitäten in Europa beworben hat und damit Käser wieder verpassen wird.

Wenigstens können die zwei nun gemeinsam ihre erste Langbahn-EM erleben. Karasek war zwar schon an Universiaden und Weltmeisterschaften, die EM hat er aber bislang verpasst. Im Gegensatz zu Käser hat der 24-jährige Karasek mit der 4x200-Meter-Crawlstaffel noch eine Zusatzchance für Olympia.

Wie die EM-Woche auch endet: Nachdem sich die zwei Aargauer im Klub und an der Uni verpasst haben, wäre es ihnen zu wünschen, dass sie gemeinsam die Olympia-Erfahrung machen.

Aktuelle Nachrichten