Auf Facebook ist eine Fotocollage von Pärchen im Thermalbad Zurzach aufgetaucht. Inzwischen hat der Fotograf «die Aufnahmen vom Netz genommen», wie er sagte. Ausserdem hat sich der 44-jährige Deutsche Karsten Schmidt für seine Tat öffentlich entschuldigt. Genügt das?

Schaden in Grenzen gehalten, aber . . .

Die Aargauer Zeitung erkundigte sich zuerst in Brugg bei der Beauftragten für Öffentlichkeit und Datenschutz im Aargau, wurde aber von dort an den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten verwiesen: Hanspeter Thür hielt im Gespräch mit der Aargauer Zeitung klipp und klar fest: «Es handelt sich bei diesem Fotoangriff eindeutig um eine Persönlichkeitsverletzung.»

Klage vor Gericht ist möglich

Der Fotograf habe zwar das Möglichste getan, den Schaden in Grenzen zu halten, indem er die Bilder im Internet gelöscht und sich öffentlich entschuldigt habe. Dennoch: «Die Betroffenen können vor Gericht die Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte einklagen. Allenfalls können sie sogar eine Genugtuung verlangen und eventuell auch Schadenersatzansprüche erheben», hielt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte weiter fest.

Ob eines der im Wasser des Thermalbades fotografierten Pärchen das Gericht anruft, bleibt vorerst abzuwarten. Auf jeden Fall hat sich Karsten Schmidt mit seinem heimlichen Fotoshooting keinen Gefallen getan, zumal ja Dominik Keller, Geschäftsführer der Thermalbad Zurzach AG, gesagt hatte, er werde sich trotz öffentlicher Entschuldigung mit dem Fotografen treffen und danach entscheiden, ob er die Entschuldigung so annehme.