Rütli

Das wünschen sich Kinder: Mehr Spielplätze und weniger Güsel

Die Aargauer Delegation: (hinten v.l.) Rainer und Karin Niffeler, Patrik Zeiter, Pro-Juventute-Direktor Stephan Oetiker mit Linus, seine Frau Elin, die Präsidentin Pro Juventute Aargau, Rita Hanselmann, Claudia Zeiter, Severin Walker mit Ozzie und Petra Hüsler; (vorne v.l.) Carole und Pascal Niffeler, Lukas Oetiker, Shirin Fähndrich, Cédric und Coralie Zeiter und Andrin Fähndrich. Alex Spichale

Die Aargauer Delegation: (hinten v.l.) Rainer und Karin Niffeler, Patrik Zeiter, Pro-Juventute-Direktor Stephan Oetiker mit Linus, seine Frau Elin, die Präsidentin Pro Juventute Aargau, Rita Hanselmann, Claudia Zeiter, Severin Walker mit Ozzie und Petra Hüsler; (vorne v.l.) Carole und Pascal Niffeler, Lukas Oetiker, Shirin Fähndrich, Cédric und Coralie Zeiter und Andrin Fähndrich. Alex Spichale

Kinder aus allen Kantonen, auch aus dem Aargau, trugen ihre Wünsche für unser Land vor. Ganz besonders – das wurde klar – sind den Kindern und Jugendlichen Natur und Respekt ein grosses Anliegen.

Als die MS «Schwyz» gestern um 10.30 Uhr ab Luzern in See stach, war das obere Vorderdeck vollständig in jurassischer Hand. Im Pendant hinten sassen die Walliser und Thurgauer beisammen. Dazwischen – draussen und drinnen, droben und drunten – sah man hier den schwarzen Fridolin auf rotem Grund und dort «Liberté et Patrie» gelb auf weiss aufblitzen: Rund 500 Kinder aus der ganzen Schweiz, viele mit ihren Eltern, nahmen Kurs aufs Rütli.

Dorthin waren sie an eine doppelte Geburtstagsfeier eingeladen. Zum 721sten unseres Landes gesellte sich der 100ste von Pro Juventute. Unter dem Motto «Kinder bauen die Schweiz der Zukunft» gibt die Stiftung zu ihrem Jubiläum Kindern und Jugendlichen eine Stimme.

Inklusive vierbeiniger Verstärkung

Wo auf der MS «Schwyz» waren nur die Aargauer? Da, backbord auf einer Bank, sassen Cédric Zeiter (10) und seine achtjährige Schwester Coralie aus Murgenthal mit ihren Eltern. Unten in einem der Salons haben es sich die Seetaler aus Meisterschwanden gemütlich gemacht: Severin Walker (14) Shirin Fähndrich (6) mit ihrem drei Jahre älteren Bruder Andrin, den Eltern und dem zweijährigen und vierbeinigen Ozzie. Auch die Familie Niffeler – Mama, Papa, Pascal (9) und Carole (12) – haben ihren Cocker Spaniel Ayco mitgenommen. So war die Aargauer Delegation zwar klein, aber als einzige vierbeinig verstärkt. In Brunnen gesellten sich mit dem Pro-Juventute-Direktor Stephan Oetiker, seiner Frau Elin und den Buben Linus (4) und Lukas (9) vier weitere Seetaler dazu, ist die Familie doch vor zwei Wochen von Berikon nach Beinwil am See umgezogen.

Hungrig und durstig blieb während der wunderschönen Fahrt vorbei an Weggis, Vitznau, Beckenried, Gersau und dem anschliessenden steilen Aufstieg ans Ziel niemand. Jeder Teilnehmer hatte ein Lunchpaket mit zwei Sandwiches, Nussgipfel und Mineralwasser in die eine, eine kleine Emmi-Kühltasche mit Müesli, Energydrink, Joghurt, Eistee und Käse in die andere Hand gedrückt bekommen. Und sozusagen als Riesentupfer aufs i, die Laune von Petrus – wow, blendender gehts nimmer!

Unterschiedliche Wünsche

Die 400 Kinder und Erwachsenen, die mit grossen roten und weissen Kartons über ihren Köpfen ein 20 auf 20 Meter grosses Schweizer Kreuz bildeten, kamen ganz schön ins Schwitzen. Das war der zweite Höhepunkt des Anlasses. Am ersten trugen Kinder ihre Wünsche an die Schweiz der Zukunft vor. Kinder aus allen 26 Kantonen und dazu auch noch der 11-jährige Dominik: «Ich wünsche, dass wir uns weder schämen noch dafür büssen müssen, dass wir Jenische sind.»

Als Erstes hatte die Aargauerin Carole Niffeler sich gewünscht, «dass alle Jugendlichen, egal ob Real, Sek oder Bez eine gute Lehrstelle bekommen, und dass alle gerecht behandelt werden». Die Wünsche der zwischen 6 und 15 Jahre alten Buben und Mädchen waren so unterschiedlich wie ihr Auftreten – die einen cool, andere verschämt. Plädiert wurde ebenso für mehr Spielplätze wie gegen den Missbrauch von Drogen und Alkohol; ebenso für bessere Aufteilung des Raumes für Menschen, Tiere und Pflanzen, wie dagegen, dass die Leute ihren Güsel immer überall liegen lassen.

Ganz besonders aber – das wurde klar – sind den Kindern und Jugendlichen Natur und Respekt ein grosses Anliegen. «Ich hoffe sehr, dass die Voten der Kinder bei den Leuten angekommen sind und die Anliegen seriös umgesetzt werden. Denn sie erhalten Werte, die extrem wichtig sind für die Zukunft unseres Landes», kommentierte Pro-Juventute-Direktor Stephan Oetiker.

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