Pillenkrieg
Das Volk hat das letzte Wort im Aargauer «Pillenkrieg»

Der Grosse Rat will keinen Gegenvorschlag zu den Initiativen der Ärzte und Apotheker und lehnt beide ab. Jetzt entscheidet das Volk über die Medikamenten-Abgabe.

Mathias Küng
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Wer darf Medikamente abgeben? Ärzte oder Apotheker? Das Volk hat das letzte Wort

Wer darf Medikamente abgeben? Ärzte oder Apotheker? Das Volk hat das letzte Wort

Keystone

Der Grosse Rat ist nach einer zweistündigen, zuweilen sehr emotionalen Debatte der Empfehlung von Regierung und Kommission gefolgt. Er empfiehlt die Volksinitiatiative der Ärzte «Ja zur ärztlichen Medikamentenabgabe» mit 107 : 18 Stimmen zur Ablehnung. Dasselbe widerfuhr der Initiative der Apotheker «Miteinander statt Gegeneinander» mit 111 : 13 Stimmen. Zuvor hatte der Rat einen Rückweisungsantrag von Jean-Pierre Gallati (SVP) mit 103 : 20 Stimmen abgelehnt und war auf die regierungsrätliche Vorlage eingetreten. Den beiden Initiativen wird somit kein Gegenvorschlag gegenübergestellt. Das Volk wird voraussichtlich im September über beide Begehren entscheiden.

Aktuell gilt die Regelung, dass Ärzte ihren Patienten Medikamente grundsätzlich nur im Notfall und in Direktanwendung abgeben können. Ansonsten müssen die Patienten Medikamente nach dem Motto «Wer verschreibt, verkauft nicht» mit dem Rezept in der Apotheke holen. Die Apothekerinitiative will diese Regelung gar auf Verfassungsstufe heben. Derweil wollen die Ärzte das Recht zur Selbstdispensation wollen. Das heisst, sie wollen selbst auch Medikamente verkaufen können.

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