Das Verwaltungsgericht entschied, dass die Entlöhnung der Primarlehrpersonen nicht diskriminierend ist, teilt der Kanton Aargau am Donnerstag mit. 

Angefangen hatte alles mit der Beschwerde einer Primarlehrerin, sie würde lohnmässig geschlechtsspezifisch diskriminiert. Im ersten Beschwerdeverfahren hatte das Verwaltungsgericht die Beschwerde der Primarlehrerin abgewiesen. Dies mit der Begründung, der Beruf der Primarlehrperson sei nicht frauenspezifisch.

Dieser Entscheid ist vom Bundesgericht am 1. Dezember 2015 aufgehoben worden. Dabei hatte das Bundesgericht den Beruf einer Primarlehrperson zum ersten Mal als "typischen Frauenberuf" eingestuft.

Darauf musste das Verwaltungsgericht prüfen, ob eine Lohndiskriminierung vorliegt. "Konkret stellte sich die Frage, ob die Primarlehrkräfte weniger verdienen als Personen, die einen gleichwertigen "typischen Männerberuf" oder geschlechtsneutralen Beruf ausüben", heisst es in der Mitteilung.

Separate Lohnsysteme zulässig

Nun wurde die Lohnbeschwerde der Primarlehrerin abgewiesen. Die Entlöhnung der Primarlehrpersonen sei nicht diskriminierend. So besteht für die Angestellten der kantonalen Verwaltung und die Lehrpersonen (aller Stufen, nicht nur der Primarschule) je ein separates Lohnsystem.

Zum einen begründet das Verwaltungsgericht den Entscheid, dass zwei separate Lohnsysteme zulässig seien. "Insbesondere dürfe in Bezug auf die Lehrpersonen massgeblich darauf abgestellt werden, welche Löhne in den Nachbarkantonen bezahlt würden", so das Verwaltungsgericht.

Zum anderen würden aufgrund der beiden unterschiedlichen Lohnsysteme alle Lehrpersonen tendenziell tiefer entlöhnt als Verwaltungsangestellte mit gleichwertigen Tätigkeiten. "Dies sei nicht zu beanstanden, da dem Gesetzgeber bei der Regelung der Besoldung ein breiter Ermessensspielraum zustehe. Die tiefere Besoldung gelte nicht nur für die Primarlehrkräfte, sondern auch für Lehrkräfte, die eine geschlechtsneutrale Funktion hätten (z.B. Lehrpersonen an Sekundarschulen)", heisst es.

Andere Ausgangslage

Somit liege keine Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts vor. Anders sieht die Ausgangslange bei Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern aus. "Diesbezüglich hatte das Verwaltungsgericht den Kanton mit Urteil vom 29. Januar 2014 verpflichtet, die Lohneinstufung umfassend zu überprüfen."

Der Entscheid des Verwaltungsgerichts kann beim Bundesgericht angefochten werden. Er ist noch nicht rechtskräftig.