Leitungsbrüche
Das Tauwetter macht den Wasserleitungen zu schaffen

Nachdem es in den letzten Wochen sehr kalt war, ist nun das Tauwetter da. Die Umstellung von kalt zu warm macht den Wasserleitungen schwer zu schaffen. An vielen Orten ist es zu Wasserausbrüchen gekommen.

Adrian Hunziker
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Arbeiter reparieren geborstene Wasserleitungen (Archiv)

Arbeiter reparieren geborstene Wasserleitungen (Archiv)

Keystone

Es ist altbekannt, dass sich Wasser ausdehnt, wenn es gefriert. So können durch das Ausdehnen Risse in den Leitungen und Rohren entstehen. Doch wenn das Wasser gefroren bleibt, machen diese Risse nichts aus. Wenn es aber wieder wärmer wird, verringert sich das Volumen in den Leitungen, und durch die entstandenen Risse kann das Wasser nach draussen dringen. Dies ist in den letzten Tagen an verschiedenen Orten der Fall gewesen. Eine Anfrage der az Aargauer Zeitung bei der Aargauer Kantonspolizei zeigt, dass allein am Samstag ganze acht verschiedene Meldungen von Wasserausbrüchen eingingen.

Keller standen unter Wasser

«In Rohr Aarau trat beispielsweise am Nachmittag Wasser aus einer Leitung aus und drang auf die Strasse. Oder in Kirchdorf wurde die WC-Anlage auf dem Friedhof überflutet, und in Hendschiken rann Wasser aus einem Hydranten», zählt Marianne Koch, Mediensprecherin der Aargauer Kantonspolizei, einige Beispiele auf. Zudem füllten sich Keller, wie in Hunzenschwil oder in Wettingen, mit Wasser. Koch ist sich aber sicher, dass nicht alle Meldungen bei der Polizei ankommen. «Wenn es kleine Wasserschäden sind oder es sich um kleinere Gemeinden handelt, bekommen wir bei der Kapo nicht jeden Ausbruch gemeldet.»

Zweimal zu einem Einsatz ausrücken musste heuer die Stützpunktfeuerwehr Frick. «Beim ersten Fall war in Frick eine Leitung wegen des sich ausdehnenden Wassers geplatzt. Nachdem sich das Eis einen Weg nach draussen gebahnt hatte, kam das Wasser nach. So mussten wir den Keller auspumpen», sagt Urs Keller, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Frick.

Drei Stockwerke beeinträchtigt

Am letzten Mittwoch kam es ebenfalls in Frick zu einem typischen Tauwetter-Vorfall. «Der Wasserschaden hatte seinen Ursprung im zweiten Obergeschoss. Doch das Wasser drang bis ins Erdgeschoss», so Keller. Also musste die Feuerwehr mit einem Wassersauger drei Stockwerke trocknen und säubern.

Keller mag sich an ähnliche Vorkommnisse in der Vergangenheit nicht erinnern: «Solche Rohrbrüche gab es in den letzten Jahren nicht. Das hat sicher mit der langen vergangenen Kältephase zu tun.»