«Eigentlich ist es eine Quadratur des Kreises, in einer historischen Villa ein modernes Museum einzurichten», sagte Fabian Furter am Donnerstag, als er Medienvertreter durch das neue Strohmuseum im Park führte.

Das Strohmuseum in Wohlen.

Das Strohmuseum in Wohlen.

Der Rundgang durch die 1860 für Strohfabrikant Friedrich August Isler erbaute Villa zeigte aber: Museumsgestalter Furter, Architektin Vanessa Hull und ihre Teams haben diese schwierige Aufgabe gemeistert.

Die ganze Ausstellung, die sich über drei Etagen erstreckt, ist eine gelungene Kombination von Alt und Neu. So gibt der erste Villenbesitzer im sogenannten Prolog eine Einführung zur Geschichte der Strohindustrie, während passende Videos und Bilder auf einen Vorhang projiziert werden, der zum Verdunkeln des Raumes dient.

Die alten Mauern der Villa bilden einen stimmigen Rahmen für die Ausstellung, die mit den Anfängen der Strohindustrie im neu gestalteten Dachgeschoss beginnt.

«Der Ort selber soll ein Museumsstück sein, deshalb sind wir mit der Einrichtung möglichst sanft umgegangen», erklärte Furter. Hull fügte hinzu: «Altes und Neues wurden an vielen Orten miteinander verwoben, wo die Substanz verändert werden musste, haben wir uns sehr bemüht, harte Brüche zu vermeiden.»

Ausstellung mit interaktiven Teilen

Während des Rundgangs hielt Furter fest: «Wir möchten, dass die Museumsbesucher nicht nur schauen und lesen, sondern hören und sich selber Infos beschaffen.»

Dafür wird modernste Museumstechnik eingesetzt: Ein grosser Projektionsglobus im ersten Stock zeigt, wie stark die Freiämter Strohindustrie einst international vernetzt war - daneben können die Besucher in einem digitalisierten Musterbuch blättern.

In manchen Räumen bilden Hintergrundgeräusche aus der Strohzeit eine passende Kulisse. So hören die Besucher beispielsweise, wie laut es in den Fabrikationssälen zu Beginn des 20. Jahrhunderts war.

Und das neue Museum bietet auch Strohgeschichte zum Anfassen und Selbermachen: Im obersten Stock können sich fingerfertige Besucher selber im Strohflechten versuchen.

Viel Lob für das neue Museum

Jacques Isler, der als Sohn des letzten Besitzers J. Rudolf Isler selber in der Villa gelebt hat, freute sich über die «gelungene Metamorphose des Hauses». Dank des Engagements vieler Freiwilliger, die beim Zügeln der Exponate geholfen hätten, sei «aus der Raupe ein Schmetterling geworden», sagte Isler, der die Stiftung Freiämter Strohmuseum präsidiert.

Auch Gemeindeammann Walter Dubler freute sich über den Einzug des Strohmuseums in die Villa Isler. Der neue Ort sei ideal, «ist es doch die letzte intakte Liegenschaft, die an die einst blühende Strohindustrie erinnert».

Dubler hatte mit viel persönlichem Einsatz dafür gesorgt, dass Stiftungen, Swisslos-Fonds und Private rund 3,3 Mio. Franken an die Umbau- und Einrichtungskosten von 4,85 Mio. Franken beitragen.

Finanzielle und ideelle Unterstützung kommt vom Verein Freunde Strohmuseum, der nur neun Monate nach der Gründung schon 785 Mitglieder und ein Kapital von 78 000 Franken aufweist. Präsident Peter Wertli sagte, das neue Museum sei «eine sehr gefreute Sache, die breite, grosszügige Unterstützung verdient.»

Positiv äusserte sich auch Andrea Lehner, Geschäftsführerin von Aargau Tourismus. «Auf den ersten Blick hat es viel weniger Hüte als am alten Standort - aber die Ausstellung ist sehr luftig und modern, das Museum gefällt mir ausgezeichnet», sagte sie.