Es geht endlich vorwärts mit der Stadtaufwertung, teilt der Gemeinderat mit. Er hat grünes Licht für die Gestaltungspläne «Städtchen» und «Vorstadt» gegeben. Kernstücke des Gestaltungsplans „Städtchen“ sind die Differenzierung zwischen Aarezeile, Bärenzeile und Bergzeile, das Baufeld „Stadtrekonstruktion“ sowie das Parkierungsregime und die Regelung für die Aaregärten. Weiter legt der Gemeinderat mit dem Gestaltungsplan fest, auch künftig die Erdgeschossnutzungen der Häuser am Bärenplatz ausschliesslich öffentlichen (Läden etc.) und halböffentlichen (Kleingewerbe) Nutzungen vorzubehalten. Der Gestaltungsplan Vorstadt zeichnet sich aus durch festgelegte Baufelder und Durchblicke zur Festung als Ergänzung der vorstädtischen Siedlungsstruktur.

«Eine intensive Planung und fruchtbare Auseinandersetzung gelangt jetzt ans Ziel. Viele Aarbiger wünschen sich nach der Umfahrung des Städtchens auch die lang ersehnte Attraktivierung des Stadtkerns als Treffpunkt und Zentrum des öffentlichen Lebens», gibt sich Gemeinderat Rolf Walser optimistisch.

Städtchen muss attraktiver werden

«Wohnen und Verweilen in der Altstadt sollen gefördert und die entsprechenden Nutzungen in zeitgemässe, aber historisch korrekte Architektur gekleidet werden», erklärt der Gemeinderat. Das heutige «Reglement für das Bauen in der Altstadt» sei sehr eng und konservativ gehalten und schliesse moderne Architektur bei Ersatzbauten und zeitgemässe Wohnformen bei Sanierungen weitgehend aus.

Die Aufwertung soll in Rücksicht auf das geschützte Ortsbild und die geschützten Einzelobjekte der Altstadt mit den geänderten Planungsinstrumente ermöglicht werden. Die Anpassungen erfolgen in Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege, dem Ortsbildschutz und der Abteilung Raumentwicklung. Die Planung sieht vor, das Altstadtreglement aufzuheben, zwei Gestaltungspläne „Städtchen“ und „Vorstadt“ mit detaillierten Sondernutzungsvorschriften, abgestimmt auf die spezifische Situation, zu erlassen und einen Leitfaden als Arbeitshilfe für Bauherren, Planer und Behörde herauszugeben.

Städtchen und Vorstadt gehören beide der Altstadtzone an, weisen jedoch ganz unterschiedliche Charaktere und räumliche Situationen auf. Die Gestaltungspläne sollen spezifisch darauf eingehen und Sanierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. Der neu geschaffene Leitfaden ist als Arbeitshilfe für Planer und Hauseigentümer zu verstehen und kann aufgrund von Erfahrungen periodisch ergänzt oder angepasst werden.

Vom Projekt Bärenplatz überzeugt.

Das Projekt Bärenplatz wurde zusammen mit dem Forum überarbeitet. Das Forum wünscht sich erstrangig eine schöne, edle Platzgestaltung, die nicht von der Strasse dominiert wird. Der Bärenplatz soll für Gartenrestaurants und Boulevardcafés, Festanlässe, Märkte oder einfach zum Flanieren und Verweilen attraktiv sein. Kurzzeit-Parkplätze für Kunden des Gewerbes, Das Projekt berücksichtigt die Voraussetzungen betreffend Verkehr und stellt dem Fussgänger eine attraktive Fläche zur Verfügung. Eine Begegnungszone unterstützt dies wie auch 25 Parkplätze auf dem Bärenplatz und weitere 11 bei der Alten Post und am Kronenrain.

Die bestehende Mischwasserableitung, welche bei starken Regenfällen überlastet ist und im-mer wieder zu Überschwemmungen geführt hat, wird mit einer Regenwasserleitung entlastet. Das Oberflächenwasser wird neu mit einer im Platz eingelassenen, versenkten Rinne gefasst werden.

Der Gemeinderat ist vom überarbeiteten Projekt überzeugt und hofft, dass im Jahr 2015 die Umgestaltung und Aufwertung umgesetzt werden kann. Er rechnet mit Kosten von ungefähr 1.3 Mio. Franken für den Platz und etwa 450 000 Franken für die Abwassersanierung. Davon wird ein rechter Teil aus dem Stadtaufwertungsfonds finanziert

Mitwirkung und Information

Vom 30. September bis 29. Oktober liegen die Gestaltungspläne sowie die Teiländerung Zonenplan zur Mitwirkung auf der Abteilung Bau Planung Umwelt öffentlich auf. Am Montag, 14. Oktober findet um 19 Uhr im Saal des Gasthofs Bären eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.