Eingebürgerte

▲ Kaniz Fatema Khan

Die gebürtige Bangladesherin aus Wislikofen bekommt nun doch noch den Schweizer Pass. Der Zurzibieter Gemeinderat war zwar dagegen, weil sie die Region zu wenig kenne. Doch auch die meisten Bürger können wohl die sieben Nachbargemeinden nicht aufzählen, und so wurde die im Dorf beliebte Frau Kahn an der Gemeindeversammlung doch noch eingebürgert.

Einbürgerung: «Mit einem so deutlichen Ja habe ich nicht gerechnet»

«Mit einem so deutlichen Ja habe ich nicht gerechnet»

Mit 67:11 Stimmen heisst die Wisliker Gemeindeversammlung die Einbürgerung von Kaniz Fatema Khan klar gut. Die Neu-Schweizerin sagt: «Ich fühle mich hier wie in einer Familie.» (Video am 29. November 2018 veröffentlicht)

▼ Ulrich Spiesshofer

  

Der CEO der ABB versuchte den fragwürdigen Verkauf des Strombereichs wegzulächeln. Doch Kritiker wie der altgediente ABB-Manager Edwin Somm durchschauten Spiesshofer und prangerten den kurzsichtigen Ausverkauf einer Traditionsfirma gnadenlos an. Der 2016 eingebürgerte Deutsche wird sich in den nächsten Wochen und Monaten noch einiges anhören müssen.

Lokalpolitik

▲ Gian von Planta

Der Fraktionspräsident der Badener GLP kämpfte an vorderster Front gegen höhere Steuern, zusammen mit seiner Partei und der FDP. Mit Erfolg: Trotz Ja-Parole von Stadtrat, Rot-Grün, CVP und SVP lehnte das Badener Stimmvolk eine Steuererhöhung ab. Damit ist Gian von Planta, der sich einst erfolgreich gegen ein öffentlich finanziertes Zürcher Hardturm-Stadion wehrte, definitiv in Baden angekommen.

▼ Michael Weber

  

Der Gemeindeammann von Boswil verharmloste die rassistischen Ausfälle seines Gemeindeschreibers Daniel Wicki derart hartnäckig, dass er am Schluss selber einen Schuh aus der Affäre zog. Seine Gemeinderatskollegen stellten sich nämlich gegen ihren Ammann und suspendierten den Gemeindeschreiber. Weber zeigte sich beim Entscheid nicht in der Öffentlichkeit.

Sport

▲ Oliver Hegi

Der 25-jähriger Kunstturner aus Schafisheim hat gleich in doppelter Hinsicht Aussergewöhnliches erreicht: In Glasgow gewann Olivier Hegi Gold am Reck und Bronze am Barren. Davon waren die Aargauerinnen und Aargauer dermassen begeistert, dass sie den Doppelmedaillengewinner auch noch gleich zum «Aargauer des Jahres» wählten. Was Hegi ziemlich sprachlos machte.

Oliver Hegi ist Aargauer des Jahres

Oliver Hegi ist Aargauer des Jahres

Sie haben es spannend gemacht an der NAB-Award-Verleihung: Der Kunstturner Oliver Hegi ist Aargauer des Jahres. (Veröffentlicht am 2. Dezember 2018)

▼ Bernhard Burgener

  

Als Unternehmer scheint es ihm zu laufen, als FCB-Präsident weniger. Mehr Jugend, mehr Basel, mehr Identifikation hatte Bernhard Burgener, der in Zeiningen wohnt, beim Amtsantritt versprochen. Jetzt, zwei Jahre und zwei Trainerwechsel später, ist mit Marcel Koller wieder ein Zürcher an der Seitenlinie. In der Tabelle liegt der FCB 19 Punkte hinter YB – und Burgener steht stärker im Gegenwind denn je.

Frauenpower

▲ Irène Kälin

  

Die grüne Feministin setzte in ihrem ersten Jahr als Nationalrätin voll auf Frauenpower. Oder sollten wir sagen: Babypower? Zurück aus ihrem Mutterschaftsurlaub erschien Kälin mit Baby am Bauch im Nationalratssaal und machte sich so medienwirksam für kinderfreundlichere Arbeitsplätze stark. Ob ihr Politstil mehr Stimmen bringt oder vertreibt, zeigt sich bei ihrer ersten Bestätigungswahl 2019.

Babystress im Bundeshaus

Babystress im Bundeshaus

Job und Familie unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. Irène Kälin zeigt, wie sie mit dieser Situation umgeht. (Veröffentlicht am 21. September 2018)

▼ Cédric Wermuth

«Frau Wermuth» nannten ihn Nationalratskollegen zwischendurch spöttisch, nachdem er sich im SP-internen Ständeratswahlkampf als besseren Feministen gegenüber Konkurrentin Yvonne Feri zu verkaufen versucht hat. Jedenfalls kann Wermuth seiner rhetorischen Fähigkeiten zum Trotz nichts beitragen zum selbst gesteckten Ziel der SP, die Frauenquote im Ständerat zu erhöhen.

Handel

▲ XXXLutz

  

«So etwas wie der österreichische Möbel-Urknall», schrieb die AZ im April, als der Möbelgigant XXXLutz aus dem östlichen Nachbarland in der Schweiz seine erste Filiale in Rothrist eröffnete. Die Nachfrage ist trotz grosser Konkurrenz offenbar riesig. Das Möbelhaus mit 13'000 Quadratmeter Verkaufsfläche und gegen 150 Mitarbeitenden ist jedenfalls fulminant gestartet.

▼ OVS

   

Während XXXLutz seine Möbel ausrollt, war bei OVS dieses Jahr das grosse Ausräumen angesagt. Bei der Charles-Vögele-Nachfolgerin läutete das Totenglöcklein. Die italienische Sempione Fashion, welche die OVSLäden in der Schweiz betrieb, musste in die Nachlassstundung, allen Mitarbeitenden wurde gekündigt. Im Aargau war ein Dutzend Geschäfte betroffen.

Wahlkampf

▲ Thierry Burkart

  

Nichts scheint den FDP-Mann aus Baden stoppen zu können. Nach nur einer Legislatur im Nationalrat schickt ihn der Freisinn bereits ins Ständeratsrennen. Mehr noch: Burkart gilt dort auf Anhieb sogar als Favorit und die FDP träumt von einem Durchmarsch im ersten Wahlgang. Abheben darf Burkart trotz Dauererfolgs aber nicht. Die Ständeratswahlen können diesmal besonders unberechenbar werden.

▼ Yvonne Feri

  

Die Wettingerin brachte sich zwar früh in Stellung für die Nachfolge von Pascale Bruderer im Stöckli. Doch als im Sommer Cédric Wermuth unerwartet, aber fulminant seinen Ständeratswahlkampf lancierte, konnte Feri nicht mehr reagieren. Sie hatte zwar das Frauenargument auf ihrer Seite, aber Wermuth die grössere Lobby in der Partei. Feris Trost: Sie startet vom Listenplatz 1 in die Nationalratswahlen.

Wissenschaft Und Praxis

▲ Joël Mesot

   

Seit 2008 ist der in Gansingen wohnhafte Joël Mesot Direktor des Paul-Scherrer-Institutes (PSI) in Würenlingen. In dieser Zeit hat Mesot das PSI weiterentwickelt und als weltweit führendes User Lab und Forschungsinstitution etabliert. Nun wurde Mesot vom Bundesrat zum neuen Präsidenten der ETH gewählt. Die ETH zählt über 20'000 Studierende und Doktorierende aus 120 Ländern.

▼ Konrad Widmer

  

Nur noch bis zum 31.12. ist Konrad Widmer Verwaltungsratspräsident des Kantonsspitals Aarau. Er geht nach knapp drei Jahren. Der Regierungsrat hatte Widmer den Rücktritt nahegelegt, nachdem das gegenseitige Vertrauen nicht mehr gegeben sei. Konflikte könne es geben, weil der Regierungsrat politisch und der Verwaltungsrat sachlich entscheide, sagte Widmer gegenüber Tele M1.

Hitzesommer

▲ Schwimmbäder

  

Was war das für ein Sommer! Er wollte kaum noch enden und bescherte auch dem Aargau viele Hitzetage. Die Schwimmbäder in der Region gehörten zu den Profiteuren: Hunderttausende hat der schöne und lange Sommer in die Badis der Region getrieben. Die Schwimmbäder verkauften so viele Eintritte wie seit dem Rekordjahr 2003 nicht mehr.

▼ Flüsse

  

2018 war ausserordentlich warm und trocken: Flüsse hatten einen rekordverdächtig tiefen Wasserstand, Bäche trockneten zum Teil ganz aus, Tausende Fische verendeten. «Der Hitzesommer hat viele Menschen aufgerüttelt», sagt Norbert Kräuchi, Leiter Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons. Dieser diskutiert nun Massnahmen, um dem nächsten Hitzesommer vorzubeugen.

Unternehmen

▲ Thomas Wettstein, Avectris

   

Der CEO des IT-Dienstleisters mit Hauptsitz in Baden befindet sich mit seiner Firma im Höhenflug: Der Umsatz ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/2018 um 33 Prozent auf 89,5 Millionen Franken angestiegen. Zahlreiche neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in den vergangenen Monaten engagiert, aktuell beschäftigt Avectris 282 Angestellte.

▼ Jürg Schmidli, Ansaldo

24 Mitarbeiter des Gasturbinen-Herstellers in Baden haben aus wirtschaftlichen Gründen ihren Job verloren – einen Sozialplan gab es für sie aber keinen, was für Empörung sorgte. «Wir sind dazu gesetzlich nicht verpflichtet», sagte Geschäftsführer Jürg Schmidli. Die gute Nachricht: Ansaldo bekennt sich zum Standort, zieht mit rund 400 Mitarbeitern von der Römerstrasse ins Gebäude neben dem Trafo.

Kultur

▲ Patti Basler

   

Sie sei die schnellste satirische Protokollantin des Abendlandes. «Wortspiele sind ihr Colt.» So lobte die Jury die in Baden lebende Fricktalerin, als diese den Salzburger Stier gewann, den wichtigsten Kleinkunst- und Kabarett-Preis im deutschsprachigen Raum. Neben der Auszeichnung in Salzburg wurde Basler dieses Jahr auch noch Schweizer Vizemeisterin im Poetry Slam.

▼ «Exotic Vintage Dancer»

Es ist als «Bild des Monats April» im Kunsthaus Aarau vorgesehen. (Negative) Schlagzeilen macht das Gemälde «exotic vintage dancer» des Künstlers Pascal Danz aber schon jetzt, weil der Schriftsteller Klaus Merz die Wahl «eines lustigen Negerleins» für den Kunstvereins-Ausweis anprangerte. Kunstverein und Kunsthaus bewusste Provokation zu unterstellen, wäre nun aber fehl am Platz.

Finanzwelt

▲ Dieter Widmer

  

Der bodenständige Unterentfelder machte schon seine Lehre bei der Aargauischen Kantonalbank (AKB). Nun ist er dort ganz oben angekommen. Nach Pascal Koradis Abgang im Zuge der Postauto-Affäre konnte Widmer den CEO-Posten übernehmen. Nach den Turbulenzen um Chefposten und Chefsaläre ist Widmer der ideale Mann, um die AKB in ruhigere Gewässer zu steuern.

▼ Pascal Koradi

Er kam als Hoffnungsträger und brachte frischen Wind in die Kantonalbank. Umso enttäuschter waren das Umfeld und er selber, dass seine Zeit als AKB-Chef diesen Juni so abrupt zu Ende ging. Wie gross sein Anteil am Postauto-Skandal wirklich war, ist immer noch unklar. Fakt ist aber auch, dass Koradi als ehemaliger Finanzchef der Post bei der AKB nicht mehr zu halten war.

Medien

▲ Susanne Wille

   

Die Aargauerin mit Wohnsitz am Hallwilersee gehört schon seit Jahren mit ihrer hohen Kompetenz und starken Präsenz zu den Schwergewichten in der Schweizer Medienszene. So verwundert es wenig, dass Susanne Wille auch dieses Jahr wieder zur «Politjournalistin des Jahres» gewählt worden ist. 2019 werden wir sie wieder öfter als «10vor10»-Moderatorin erleben können.

▼ Markus Somm

Chefredaktor Markus Somm Foto: Keystone

Chefredaktor Markus Somm Foto: Keystone

Der in Baden aufgewachsene Aargauer hat sein Ziel als Chefredaktor der «Basler Zeitung» nicht erreichen können. Er wollte anecken; das ist zwar gelungen, aber die Auflage brach trotzdem ein. Die «BaZ» wurde von Tamedia übernommen. Somm verlor seinen Job als Chefredaktor. Er darf aber nach einer Auszeit immerhin als Autor für Tamedia weiter publizistisch tätig sein.