Leitartikel

Das neue Energiegesetz ist eine grosse Chance für den Kanton Aargau

Das Plakat des Hauseigentümerverbandes (HEV) Aargau wirbt für ein Nein. Auf ein Ja hoffen die Grünliberalen mit ihrem Plakat. Einträchtig nebeneinander stehen hier ein Nein-Plakat der SVP (links) und ein Ja-Plakat des überparteilichen Pro-Komitees zum neuen aargauischen Energiegesetz.

Das Plakat des Hauseigentümerverbandes (HEV) Aargau wirbt für ein Nein. Auf ein Ja hoffen die Grünliberalen mit ihrem Plakat. Einträchtig nebeneinander stehen hier ein Nein-Plakat der SVP (links) und ein Ja-Plakat des überparteilichen Pro-Komitees zum neuen aargauischen Energiegesetz.

Ein Leitartikel zur kantonalen Volksabstimmung vom 27. September.

Am 27.September entscheiden die Aargauerinnen und Aargauer an der Urne, ob sie das bestehende kantonale Energiegesetz durch ein neues ersetzen wollen. Dieses ist auf Vorschlag der Regierung vom Grossen Rat gegen den Willen von SVP und EDU beschlossen worden.

Es will den Weg des schonenderen Umgangs mit Ressourcen verstärken, den Verbrauch fossiler Energien senken, erneuerbare Energien stärker fördern, zusätzliche Stromproduktion ermöglichen. Wenn das gelingt, sinken die CO2-­Emissionen, erreichen wir eine bessere Energieautonomie – ohne jeden Komfortverlust.

Natürlich kann und muss man sich fragen, was es dem Weltklima bringt, wenn die Aargauerinnen und Aargauer auf neuen Gebäuden ein Solarpanel installieren (das Gesetz fordert von neuen Gebäuden eine minimale Stromeigenproduktion) alte amortisierte Elektroboiler (die die Winter-Stromlücke vergrössern) ausrangieren oder eine alte Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen.

Klar, der Aargau liefert damit nur einen kleinen Mosaikstein. Doch wenn er ihn legt, ziehen andere Kantone nach. Die Luzernerinnen und Luzerner haben einem vergleichbaren neuen Energiegesetz übrigens bereits zugestimmt, und sie leben gut damit.

Neue kantonale Energiegesetze, die auf den Gebäudepark fokussieren, sind die logische Konsequenz aus dem deutlichen Ja des Schweizervolks zur Energiestrategie 2050. Diese setzt sich nämlich nicht von selbst um. Dafür braucht es zielführende, sinnvolle, bezahlbare und mehrheitsfähige Massnahmen. Doch nicht nur die Schweiz, auch zahlreiche andere Länder, die das Pariser Abkommen unterschrieben haben, arbeiten an Massnahmen, um den CO2-Ausstoss zu senken.

Wenn genug am selben Strick ziehen, wirkt es. Doch es geht nicht «nur» ums Klima. Bei dieser Gelegenheit können wir die gefährliche Abhängigkeit von den Ölstaaten reduzieren. Unsere Forschung, unsere Industrie und unser Gewerbe haben viel mehr davon, wenn dieses Geld hier für noch bessere Lösungen und für sinnvolle energetische Massnahmen eingesetzt wird – in der Coronakrise erst recht.

Gewiss läuft nicht alles rund. So verwarfen die Solothurnerinnen und Solothurner vor zwei Jahren «ihr» neues Energiegesetz, weil man zu viel hineingepackt hatte und weil SVP, FDP, Wirtschaft, Hauseigentümer und Gemeinden dagegen kämpften. Daraus hat die Aargauer Politik gelernt, und eine moderate Lösung gefunden, obwohl Rot-grün vehement ein schärferes Gesetz verlangte.

So eins wäre allerdings an der Urne chancenlos gewesen. Trotzdem hat es jetzt die Unterstützung auch von SP, Grünen und GLP, weil es für sie immerhin in die richtige Richtung geht. Diese Unterstützung braucht es auch, denn ein Nein am 27.September würde nicht zu einem schärferen Gesetz führen, sondern zu Stillstand.

Denn der Hauseigentümerverband (HEV) Aargau und die SVP, die das neue Gesetz vehement bekämpfen, finden, das geltende Gesetz reiche vollauf. Ja, es ist ein gutes Gesetz. Es ist aber an der Zeit, es auf den neusten Stand zu bringen.

Anders als in Solothurn steht im Aargau die Wirtschaft hinter der Vorlage, namentlich der Aargauische Gewerbeverband und die Aargauische Industrie- und Handelskammer (AIHK). Aber auch die Parteien von den Grünen bis zur FDP, Umweltverbände, Gewerkschaften und Bauernverband Aargau stehen dahinter. Wollen die wirklich alle dem Volk eine bevormundende Vorlage aufschwatzen?

Klar: Eine neue Solaranlage kostet Geld, eine Wärmepumpe ist teurer als eine Ölheizung. Das schleckt keine Geiss weg. Das ist auch der Grund, dass viele Eigentümerinnen und Eigentümer im Zweifelsfall auf die – kurzfristig – günstigere Lösung setzen.

Langfristig aber rechnen sich Solaranlage oder Wärmepumpe. Sie können gar die Attraktivität einer Immobilie erhöhen. Dies, weil sie kein CO2 ausstossen, weil die Nebenkosten tiefer sind und weil es den Menschen ein gutes Gefühl gibt, beim Wohnen die Umwelt nicht mehr als nötig zu belasten.

Das neue aargauische Energiegesetz geht den richtigen Weg. Es ist eine grosse Chance und es verdient Zustimmung.

Das Quiz umfasst die nationalen und die Aargauer Kantonal-Vorlagen. Das Zentrum für Demokratie (ZDA) Aarau wertet die Antworten im Rahmen seiner Fokus-Aargau-Abstimmungs-Befragung aus – selbstverständlich anonymisiert.

Zur Teilnahme am Wettbewerb berechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Davon ausgenommen sind Mitarbeitende der CH Media AG und deren beauftragte Firmen. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Eine Barauszahlung der Gutscheine ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Quiz und damit der Wettbewerb läuft bis 25. September, 24 Uhr. An der Verlosung teil nehmen die diejenigen Personen, die am Quiz teilgenommen und ihre E-Mail-Adresse hinterlegt haben. Diese wird ausschliesslich zur Benachrichtigung der Gewinner verwendet.

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