Atokmkraftwerke

Das Kernkraftwerk Gösgen bekommt Fristerstreckung

Blick auf das AKW Gösgen (Symbolbild)

Blick auf das AKW Gösgen (Symbolbild)

Die Betreiber der Schweizer Atomkraftwerke (AKW) haben der Atomaufsichtsbehörde ENSI weitere Daten zu Erdbebenfestigkeit, Verklausung von Flüssen und Notfallschutz eingereicht. Das ENSI wird die zusätzlich verlangten Unterlagen nun prüfen.

Die AKW mussten belegen, dass die Isolation der Schutzhülle des Reaktors und des Primärkreislaufs ein extremes Erdbeben überstehen würde, wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) am Dienstag auf seiner Internetseite mitteilte.

Die AKW Beznau, Leibstadt und Mühleberg haben die Unterlagen fristgerecht eingereicht. Dem AKW Gösgen musste jedoch eine Fristerstreckung bis Ende Jahr eingeräumt werden. Der Nachweis hätte bis am 30. September eingereicht werden müssen.

Das AKW Gösgen war bereits beim Erdbebennachweis Anfang Juli wegen eines «qualitativ teilweise mangelhaften» Erdbebennachweises gerüffelt worden. Die ENSI musste mehrmals Nachforderungen stellen und zusätzlich eigene Berechnungen anstellen.

Weiter steht die Erdbebenfestigkeit der Druckentlastungssysteme der Reaktor-Schutzhülle - dem sogenannten Containment - auf dem Prüfstand. Dazu mussten die AKW Gösgen und Leibstadt weitere Überprüfungen vornehmen. Diese Nachweise trafen fristgerecht ein.

Das AKW Beznau musste überprüfen, ob kurzfristige Massnahmen gegen eine unzulässige Füllstandsabsenkung beim Brennelementlagerbecken ergriffen werden können. Auch diese Resultate trafen pünktlich beim ENSI ein und werden nun geprüft.

Verklausung von Flüssen

Die AKW Mühleberg und Gösgen mussten zudem weitere Angaben zum Hochwasserschutz einreichen. Dabei müssen Engstellen in der Aare benannt werden, die im Falle eines Hochwassers verklausen - also wegen Treibgut oder Totholz verschliessen - könnten.

Weiter wurden Berechnungen zu den Auswirkungen einer allfälligen Überflutung der AKW-Areale wegen Verklausung der Engstellen in der Aare gefordert. Die Betreiber der AKW Mühleberg und Gösgen haben diese Unterlagen nun vorgelegt.

Das AKW Beznau, das ebenfalls an der Aare liegt, hatte diese Informationen bereits eingereicht. Weil dem AKW Leibstadt aufgrund seiner Lage keine Gefahr durch Hochwasser droht, musste es keine zusätzlichen Informationen vorlegen.

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