Lockdown
«Das ist Willkür»: Werden kleine Läden im Aargau benachteiligt?

Grossverteiler dürfen ihr ganzes Sortiment anbieten – kleinere Läden müssen die Türen schliessen. Die neuen Corona-Regeln sorgen unter den Ladenbesitzern für Unverständnis.

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Viele Aargauer Läden mussten am Montag, nur Tage vor Weihnachten, die Lichter löschen – viele aber auch nicht. Diejenigen Läden, die offenbleiben, dürfen das ganze Sortiment anbieten. Dies, um Verwirrung bei den Kunden zu vermeiden.

So kommt es, dass Grossverteiler wie Migros oder Coop Lichterketten, Weihnachtschmuck und Kerzen verkaufen dürfen. Spezialisierte Weihnachtsgeschäfte müssen ihre Türen hingegen schliessen. Renate Huser verkauft normalerweise handgegossene Weihnachtskugeln in Lenzburg – nicht aber dieses Jahr. «Ich finde das nicht gerecht», erzählt sie gegenüber dem Fernsehsender Tele M1. Mit den neuen Regelungen würden die Einkäuferinnen und Einkäufer auf Nachbarkantone ausweichen. Genau das war im Mode-Outlet in Schönenwerd der Fall, wie im Bericht von Tele M1 zu sehen ist.

Auch Eveline Amsler vom Bastelhaus Amsler AG kritisiert das Vorgehen des Kantons: «In einer solchen Krisensituation finde ich, sollte man einfach zusammenstehen und zusammen die gleichen Massnahmen bringen.» Den «Kantönligeist» findet sie hier fehl am Platz.

Diese Meinung vertritt auch Marcel Amsler von der Amsler Spielwaren AG. Ihn ärgere die Ungerechtigkeit am meisten. «Das ist einfach Willkür», betont er. Vor seinem Geschäft hat Amsler eine Abholstation, so können wenigstens bestellte Geschenke abgeholt werden.

«Wir glauben daran, dass sie unseren Empfehlungen folgen»

Die Kantonsärztin Yvonne Hummel äussert sich zur Wut der Ladenbesitzer: «Wir haben uns im Sinne der Kundenorientierung dafür entschieden, dass Grossisten keine Produkte abdecken müssen.» Die Kunden seien so oder so schon im Geschäft, da sei es aus Kundensicht nicht sehr freundlich, einzelne Produkte nicht kaufen zu dürfen. Das Ausweichen in andere Kantone könne man nicht verhindern. Hummel ergänzt aber: «Wir glauben daran, dass die Mehrheit der Aargauerinnen und Aargauer unseren Empfehlungen folgen wird und zuhause bleibt.» (wue)

Das sagt Yvonne Hummel zur Kritik der Aargauer Ladenbesitzer: