"Habe ich nicht richtig zugehört, Herr Dieth oder haben Sie an der Medienkonferenz zum Sanierungsprogramm die konkrete Zahl 5 Prozent bewusst nicht in den Mund genommen beim Thema Steuererhöhung?", fragte Moderator Rolf Cavalli den Finanzdirektor gleich zu Beginn der Sendung. "Auf dem Chart haben wir die Zahl 5 Prozent ja gezeigt", entgegnete Dieth. Aber dies sei ja nur eine Momentaufnahme. Wenn man aber 100 Millionen Mehreinnahmen brauche, dann komme man auf die 5 Prozent. Möglicherweise, so Dieth, gehe es am Schluss auch mit weniger, wenn sich die Finanzsituation verbessere. Das werde sich zeigen.

Talk: Markus Dieth über die geplante Steuererhöhung von fünf Prozent.

Talk: Markus Dieth über die geplante Steuererhöhung von fünf Prozent.

Bei Jean-Pierre Gallati, SVP-Fraktionschef kommt jede Form von Steuererhöhung in den falschen Hals: "Ein totales No-Go. Der Regierungsrat hat nicht den Mut zu sanieren, darum war klar, dass er mit der Steuererhöhung kommt." Es müsse endlich bei der Verwaltung gespart werden, forderte Gallati. Alles Wünschbare müsse weg (siehe Box unten).

Talk: Jean-Pierre Gallati stellt sich vehement gegen eine Steuererhöhung und greift den Regierungsrat an

Talk: Jean-Pierre Gallati stellt sich vehement gegen eine Steuererhöhung und greift den Regierungsrat an

Egli: Steuergeschenke zurücknehmen

Was würde Dieter Egli, SP-Fraktionschef, bevorzugen, wenn er die Qual der Wahl hätte: Steuererhöhung oder Sparen? "Wir müssen die Steuertarifsenkungen der letzten zehn Jahre rückgängig machen, nicht den Steuerfuss für alle erhöhen", sagte Egli. Also, so scheint es, auch die SP bietet nicht Hand für eine Erhöhung des Steuerfusses von 5 Prozent.

Dieter Egli schlägt vor, dass man die Steuertarif-Senkungen der letzten zehn Jahre rückgängig macht.

Dieter Egli schlägt vor, dass man die Steuertarif-Senkungen der letzten zehn Jahre rückgängig macht.

Er habe das nicht anders erwartet, konterte Dieth und erklärte, man müsse jetzt aber eine Gesamtsicht anstreben und sowohl über Einnahmen als auch Sparmassnahmen reden. Das sei alles nur "Kosmetik", konterte Gallti. Da werde mit "Bilanztricks" gearbeitet.

Egli dagegen unterstützt die Regierung beim Thema Aussetzung der Schuldentilgung für ein paar Jahre. Dafür vermisst der SP-Chef "Ehrlichlichkeit" beim Thema Einnahmen. "Die Steuersenkungen hatten nicht den Effekt, den sich der Regierungsrat erhofft hat", so Egli, "man hat sich nicht überlegt, was das in drei, vier Jahren bedeutet."

Steuergeschenke der letzten Jahre rückgängig machen? Dieth sagt zumindest nicht kategorisch nein: "Es ist alles zu prüfen, wir legen alles auf den Tisch." Das Hauptproblem sei aber der Rückgang der Steuereinnahmen der grossen Firmen. Die seien ein Klumpenrisiko, aber nun mal ganz wichtig für den Aargau.

Talk: Hitzige Debatte über die Kosten für externe Beratung

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Gallati: "SVP-Regierungsräte in der Minderheit"

Über zwei Drittel der Kosten und auch der Sanierungsvorschläge betreffen Gesundheit und Bildung. Beide Departemente lägen in der Verantwortung von SVP-Regierungsräten, sagte Moderator Cavalli und meinte an die Adresse von SVP-Chef Gallati: "Frau Roth und Herr Hürzeler haben es als Departementschef jetzt selber in der Hand, oder?"

"Wenn das dikatorisch befugte Personen wären, ja. Aber dem ist nicht so", antwortete Gallati. "Abgesehen davon sind die SVP-Regierungsräte in der Minderheit in der Regierung. Ich weiss nicht mal, ob sie voll hinter dem Sanierungspaket stehen."

Die ganze «Talk Täglich»-Sendung können Sie hier nachschauen:

Spar-Hammer der Aargauer Regierung

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Der Aargau muss massiv sparen, nur wo? Werden die Kantonssteuern erhöht? Wird wieder in der Bildung gespart? Für eine hitzige Debatte ist gesorgt.