Kultur

Das ist die neue Präsidentin des Aargauer Kuratoriums – sie hat Polit-Erfahrung

Daniela Berger wird ab Februar Präsidentin des Aargauer Kuratoriums.

Daniela Berger wird ab Februar Präsidentin des Aargauer Kuratoriums.

Daniela Berger wurde vom Aargauer Regierungsrat zur Präsidentin des Kuratoriums gewählt. Den Ausschlag gab ihre Erfahrung als Stadträtin für Kultur in Baden.

Wie harmonisches und gleichzeitig dynamisches Zusammenspiel funktioniert, weiss sie wie wohl kaum jemand sonst. Daniela Berger war Turniertänzerin. Zwölfmal war sie Schweizer Meisterin und hat international Spitzenplätze ertanzt. Das hat bei der Aargauer Regierung aber nicht den Ausschlag gegeben, die 63-jährige Badenerin zur Präsidentin des Aargauer Kuratoriums zu wählen. Entscheidend war ihre Erfahrung als Stadträtin für Kultur in Baden (2002–2015). Oder wie es Kulturminister Alex Hürzeler nach der Bekanntgabe gestern formulierte: «Wir haben eine Persönlichkeit gesucht, die den Aargau und die Aargauer Kultur gut kennt, die aktive Erfahrung hat im Führen eines Gremiums und die politisch vernetzt ist. Frau Berger erfüllt das alles.»

Kultur, Politik und Kulturförderung besser vernetzen

«Meine Erfahrungen als Stadträtin auch auf der kantonalen Ebene einzubringen, hat mich motiviert», sagt Daniela Berger. Sie kenne die Aargauer Kulturszene als Besucherin und verfolge die kantonale Förderung seit langem. Auf die Bemerkung, ob sie die Familientradition fortsetze, reagiert sie mit Lachen. Dass ihre Mutter, Elsbeth Dietrich, in den 1980er-Jahren Kuratorin war, sei nicht entscheidend.

Was sind ihre Ziele? Konkrete Punkte mag sie noch nicht nennen. Zuerst wolle sie das Gremium kennen lernen, dann die Kulturinstitutionen im ganzen Kanton besuchen, um ihre Arbeit und Anliegen zu verstehen. «Als Präsidentin will ich die Kultur, Politik und Förderung intensiver vernetzen», sagt sie.

Daniela Berger war nie im Grossen Rat. Das empfindet sie nicht als Nachteil. «In der Region Baden kenne ich die politischen Kräfte gut und kantonal bin ich via meine Partei, die SP, gut vernetzt», sagt sie. Sie werde selbstverständlich den Kontakt zu den anderen Parteien suchen, Schlüsselpersonen treffen und Plattformen für einen Austausch schaffen. Wichtig sei ihr auch eine enge Zusammenarbeit mit der Abteilung Kultur des Kantons.

Als Präsidentin des wichtigsten Fördergremiums wird sie Lobby-Arbeit in der Bevölkerung, vor allem aber auch im Parlament, in der Wirtschaft, in der Regierung betreiben müssen. Das bedeutet viel Arbeit. «Offiziell ist es ein Pensum von 20 bis 30 Prozent», sagt Berger. «Am Anfang wird es mehr sein.» Aber es sei vereinbar mit ihrem Beruf, mit der Leitung und dem Unterricht im Badener Tanzcentrum, weil sie das flexibel einteilen könne.

Klare Regeln und Rollen

Die Nachfolge von Rolf Keller, der nach zehn Jahren als Präsident zurückgetreten ist, wurde öffentlich ausgeschrieben, neun Personen haben sich beworben. Welche Ziele hat die Regierung der neuen Präsidentin vorgegeben? «Keine, weil das Kuratorium selbstständig ist», sagt Regierungsrat Hürzeler. «Erwartet wird aber, dass Frau Berger mit dem Gremium in eine gute Phase kommt und dass wir die Leitung der Geschäftsstelle zusammen bald gut besetzen können.»

Im Kuratorium hat es letztes Jahr Rücktritte gegeben und Diskussionen über die Unabhängigkeit des Gremiums sowie über ein Mitglied, das Kurator wie Beitragsempfänger war. «Wichtig ist mir, dass Experten die Förderentscheide fällen», sagt Berger. Fachleute seien aber naturgemäss vielfältig vernetzt. «Die Besetzung und die praktische Arbeit werden ein Balance-Akt bleiben, wichtig sind klare Regeln und offene Kommunikation.» Die Mitglieder müssten sich ihrer Rolle bewusst sein, sagt Berger. «Sie müssen Kontakt pflegen mit den Leuten und Institutionen, die Urteile aber nicht vor Ort diskutieren, sondern im Gremium gemeinsam die Entscheide finden.»

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