az Mediencamp
Das Feu sacré für den Journalismus bei den Jungen entfacht

Das schreibende Dutzend hat den Sprung ins Journalistenleben gewagt und während einer Woche den Alltag auf einer Redaktion erlebt. Sie schrieben Artikel und fotografierten für die az Aargauer Zeitung.

Peter Siegrist, Leiter az-Mediencamp
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Das schreibende Dutzend mit Camp-Leiter Peter Siegrist auf dem Dach des AZ Mediencenters

Das schreibende Dutzend mit Camp-Leiter Peter Siegrist auf dem Dach des AZ Mediencenters

Annika Buetschi / AZ

Zwölf junge Menschen, sechs Frauen und sechs Männer, trafen am 14. Juli im Cevi-Haus in Unterentfelden ein, um am dritten az-Mediencamp teilzunehmen. Sie kannten einander nicht, hatten aber einen gemeinsamen Wunsch: Sie wollten die Arbeitsweise der Journalisten kennen lernen und die Gelegenheit nutzen, selber Artikel zu schreiben. Aufgrund einer schriftlichen Bewerbung waren sie ausgewählt worden.

Zweierlei ist für das Gelingen des az-Mediencamps wichtig. Wir Zeitungsmacher wollen die jungen Leute möglichst eng in den praktischen Redaktionsalltag einbinden. Deshalb haben wir ihre zwölf Arbeitsplätze im Kern des AZ Mediencenters eingerichtet. Mitten im Geschehen des Newsrooms, dort, wo die Fäden zusammenlaufen, sassen die Jungen hinter ihren Computern, bereit, um aufzubrechen, hinaus zu den Menschen zu gehen und dann zu berichten.

Weil sie an den Redaktionssitzungen teilnahmen, erlebten die Jungjournalisten, wie oft die Planung der Zeitung am Morgen oder im Laufe Tages auf den Kopf gestellt wird, weil ein unerwartetes Ereignis dies verlangt. Prominentes Beispiel dieser Woche war der Kirchturm-Sturz von Oberentfelden. Da mussten die Jungen zusehen, wie eine fast fertige Seite umgebaut wurde, wie ihre Artikel gekürzt wurden.

Flexibilität ist im Zeitungsalltag kein leeres Schlagwort, Flexibilität wird von allen, die am Produkt Zeitung beteiligt sind, mehrmals täglich verlangt. Genau dieses Ziel verfolgten wir mit dem Mediencamp: Wir wollen den jungen Menschen unseren Berufsalltag hautnah zeigen.

Wichtig ist uns nebst der täglichen Arbeit, dass die Teilnehmer die Gelegenheit haben, sich untereinander auszutauschen, aber auch den Kontakt mit anderen Journalisten zu pflegen. Da bietet sich die Form des Camps geradezu an, wo Leiter und Teilnehmer auch die Abende gemeinsam verbringen.

Die diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihre Aufgaben mit grossem Engagement gelöst. Sie haben sich eingesetzt, sie waren offen für Kritik und Korrektur und haben die Ratschläge der erfahrenen Journalisten angenommen und umgesetzt. Ein Blick in die Zeitungsausgaben der vergangenen Woche zeigt: Die jungen Leute haben eine erstaunliche Professionalität an den Tag gelegt. Gut formulierte Texte und überlegt gestaltete Bilder zeugen von ihrer Arbeit.

Am ersten Abend hat Chefredaktor Christian Dorer vor den Jungen die zum Journalismus gehörende Leidenschaft erwähnt. Wenn bereits beim Abschied einige erwähnen, das Feuer habe sie gepackt, sie möchten als Freie weiterschreiben oder ein Praktikum machen, dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt und das Feu sacré des Journalismus an die nächste Generation weitergereicht.