Leserwandern: Das war die 2. Etappe
Das Chaltbrunnental verbindet nicht nur Kantone, sondern nach diesem Abend auch unsere Leser

So geht romantisch! Wappenfelsen, 79-jährige Lokalhistoriker und plantschende Hunde sorgten auf der ersten Abendwanderung rund um Grellingen BL für Unterhaltung, Gespräche und «Gspüri» für eine Region, die vielen unbekannt ist.

Nora Güdemann
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Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL bz-Chefredaktor David Sieber begrüsst am Bahnhof in Grellingen 133 Leserinnen und Leser.
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Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Beim Eingang zum Chaltbrunnental, links die gestaute Birs.
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Der Wappenfelsen ist ein schweizweit einmaliges Denkmal. Soldaten malten hier während des Ersten Weltkriegs (aus Langeweile, wie man sagt) Kantons- und Landeswappen auf die Kalkfelsen.
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Tierische Zuschauer auf dem Weg nach Himmelried ...
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL ... doch nur die Pferde liessen ein paar Wanderer an sich ran.
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Der Solothurner Kantonsrat Mark Winkler (links) hat sich zu recht für die Sommergarderobe entschieden an diesem Abend.
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Helene Koch, Niederdorf BL, mit ihrem Sohn. Die Gemeinderätin unterstützte uns besonders beim Abstieg. Vielen Dank!
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL
Leserwandern: 2. Etappe
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Die Abendsonne vermochte noch ziemlich zu heizen. Schwitzen war angesagt!
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Ein schöner, wenn auch schwieriger Weg zurück nach Grellingen dem Ibach entlang.
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL So manch eine freute sich über die kühle Luft im kleinen Tal.
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Sonja Gehrig, Kantonsrätin Grünliberale ZH (links), und Maya Graf, Nationalrätin Grüne BL, beehrten bereits letztes Jahr unsere Baselbieter Abendwanderung.
Leserwandern 2. Etappe: Lokalhistoriker Adrian Schmidlin (79) weiss, was in Grellingen los war, los ist und los sein wird. 
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Routinierte Leserwanderer tragen noch unsere Accessoires von letztem Jahr. Wie schön!
Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL Festgezurrt läuft sich's besser.

Leserwandern, 2. Etappe: Abendwanderung rund um Grellingen BL bz-Chefredaktor David Sieber begrüsst am Bahnhof in Grellingen 133 Leserinnen und Leser.

Claudio Thoma

133 Leserinnen und Leser starteten am Freitag in der Ortschaft Grellingen die zweite Etappe, die Abendwanderung durchs Chaltbrunnental.

Leserwandern 2. Etappe: Lokalhistoriker Adrian Schmidlin (79) weiss, was in Grellingen los war, los ist und los sein wird. 

Leserwandern 2. Etappe: Lokalhistoriker Adrian Schmidlin (79) weiss, was in Grellingen los war, los ist und los sein wird. 

Claudio Thoma

Grellingen wurde im Jahr 1274 das erste Mal namentlich erwähnt, erzählt Dorfhistoriker und Buchautor Adrian Schmidlin. Die Umgebung Grellingen war aber schon viel früher beliebter Siedlungsraum: «Man weiss, dass bereits vor 15 000 Jahren Menschen die Region bevölkerten», so Schmidlin. Das belegen archäologische Funde aus der Stein-, Bronze-, und Eisenzeit. «Hier gab es und gibt es immer noch viele Höhlen und die Menschen hatten Raum zum Jagen», sagt der 79-Jährige, der auch mitwanderte. Er weiss viel über das Chaltbrunnental und Grellingen zu erzählen.

Zum Beispiel, dass Grellingen im Jahr 1792 von französischen Truppen besetzt war, oder dass das Chaltbrunnental im Ersten und Zweiten Weltkrieg von grosser militärstrategischer Bedeutung war. «Die Soldaten mussten Stellung wahren und im Notfall die Brücken sprengen, um ein Durchkommen der Feinde zu verhindern», sagt er. Von der Anwesenheit der Soldaten zeugt heute noch der Wappenfels im Chessiloch. Die Männer malten dort, wohl aus Langeweile und Nationalstolz, ihre Kantonswappen auf.

Eine Brücke aus Paris

Grellingen habe sich erst mit der Industrialisierung zu einem wirtschaftlich wichtigen Standort entwickelt, so Schmidlin. Und die Umgebung machte sich früh als Naherholungsgebiet einen Namen. «Hier ist es sehr romantisch, vor allem wegen der Bäche und Wasserfälle», sagt er.

Auf unserer Leserwanderung am Freitag liefen wir erst dem Fluss Birs entlang, dann am Ibach und am Chastelbach, passierten dabei mehrere Brücken. «Brücken haben als Verbindung zu den anderen Regionen eine grosse Bedeutung für uns», sagt Schmidlin. Im 19. Jahrhundert wurde gar eine Stahlbrücke vom Ingenieurbüro Eiffel aus Paris, die auch den Eiffelturm konstruierte, bei Grellingen gebaut. 1925 wurde sie jedoch abgerissen.

Wenn's schwierig wird, hält man zusammen

Auf dieser Abendwanderung war der Abstieg zurück entlang dem Ibach schwieriger als erwartet. Der Weg war schmal, die Steine und Stufen glitschig. Zu unserem grossen Bedauern stürzten zwei Wanderer und zogen sich kleine Verletzungen zu. Dafür möchten wir uns entschuldigen und wünschen den beiden, dass die Wunden schnell verheilen mögen.

Was man in diesen schwierigen Situationen merkt: Wie sehr Wanderer zusammenhalten wenn es darum geht, etwas Schwache und Tritt-Unsichere gut und sicher ans Ziel zu bringen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich für die grosse Hilfe bedanken, die uns in dieser Situation sofort zuteil kam.

Wandern stärkt Partnerschaften

Brücken bauen – das ist auch beim Wandern ein Thema. Aber keine Brücken aus Stahl und Stein, sondern Brücken zwischen Menschen. Romantische Brücken. Gemeinsames Wandern stärkt die Verbindung zwischen Partnern und kann Streitigkeiten lösen. Das will eine US-Studie herausgefunden haben (wir berichteten). Bei Problemen mit dem Partner ist oft von Bewegungslosigkeit die Rede, wie etwa von Starrsinn oder verhärteten Fronten. Gemeinsames Wandern verändert laut der Studie die Perspektive auf den Partner.

Dem selben Ziel entgegen

Automatisch beginnt man, im Gleichschritt zu laufen, fördert Zielstrebigkeit und Kreativität. «Der Mensch spürt, dass er langsam Schritt für Schritt vorwärtskommt – und diese Erfahrung überträgt sich offenbar auch auf andere Bereiche des Lebens», sagt Studienleiterin und Psychologin Christine Webb. Ausserdem sind die Partner in der Natur von alltäglichen Störfaktoren abgeschnitten.

Ruhe und ein bisschen Romantik – damit lässt sich auch die gestrige Abendwanderung zusammenfassen. Die untergehende Sonne, die letzten Strahlen, die durchs Blätterdach drangen, und das leise Plätschern der Bäche. Stimmung, die einlud, Brücken zu bauen.

Das war die 2. Etappe

Stephan Pabst, Gemeinderat in Grellingen und Präsident des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, erzählte vom Wappenfels: «Die Malereien müssen alle fünf bis zehn Jahre neu ausgefüllt werden, sonst verblassen sie.» Mit Vandalismus habe die Gemeinde keine Probleme: «Die Leute hier schätzen den Wappenfels und sind auch sehr stolz auf ihn.» Weiter erzählt Pabst von den vielen Bächen in der Region. «Hochwasser kann zum Problem werden.» Und trinken sollte man es auch nicht unbedingt: «Hunde vertragen es, Menschen eher nicht.» (ngü)


Zur Rast auf den Boden setzen und ein Brot essen. Dazu im Gespräch vertieft. Die Gefahr: Viele Hunde liefen mit. Einer nutzte die Chance und schnappte mir das Brot aus der Hand. (ngü)


Auch wenn Funktionswäsche längst traditionelle Wanderklamotten wie etwa die Knickerbocker ersetzt hat, so sind doch zumindest bei Andreas Bammatter die roten Socken immer mit dabei. Schon letztes Jahr fiel der Baselbieter SP-Landrat mit seinem bunten Accessoire auf. Als wir uns gestern Abend beim Bahnhof in Grellingen trafen, zeigte er auf seine Fussbekleidung mit dem Kommentar: «Ich musste ja fast!» (mbr)


Ein Heiner Studer war angekündigt, der andere nicht. Ein Heiner Studer ist alt Nationalrat aus dem Aargau, der andere amtierender Kantonsrat aus dem Kanton Solothurn. Der eine ist bei der FDP, der andere bei der EVP. Was sie gestern verband: gemeinsam über die Namen der drei passierten Gewässer Birs, Chastelbach und Ibach diskutieren. Wer als Ortskundiger hervorging, war klar. (mbr)


Gut gelagert ist halb gegart. Spannend, was in den unzähligen Taschen eines modernen Rucksackes den Winter übersteht: ein Säckli getrocknete Mangoschnitze ohne Schimmel und ohne Maden. Sie wurden aber trotzdem entsorgt. (rw)

Weitere Informationen

Mehr Fotos, Videos und Anekdoten finden Sie übrigens auf unserem Leserwandern-Blog.

Auf der kommenden 3. Etappe am Sonntag, 15. Juli, gehts in den Kanton Solothurn. Wir laufen durch den «Buechibärg» (oder für Auswärtige: den Bucheggberg), begleitet von Lamas und Panoramen. Alle Infos gibts hier.

Leserwandern-Sponsor: Emil Frey AG Safenwil Nik Meuter, Gebietsverkaufsleiter «az Nordwestschweiz» und «Schweiz am Wochenende» und Herbert Meyer, Verkaufsleiter Toyota & Lexus, Emil Frey AG, Autocenter Safenwil neben dem Toyota C-HR, dem offiziellen Versorgunsauto beim Leserwandern 2018. Vielen Dank! 

Leserwandern-Sponsor: Emil Frey AG Safenwil Nik Meuter, Gebietsverkaufsleiter «az Nordwestschweiz» und «Schweiz am Wochenende» und Herbert Meyer, Verkaufsleiter Toyota & Lexus, Emil Frey AG, Autocenter Safenwil neben dem Toyota C-HR, dem offiziellen Versorgunsauto beim Leserwandern 2018. Vielen Dank! 

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