Schon bald nach Amtsantritt der grünen Regierungsrätin Susanne Hochuli 2009 sorgte ihr Namenszug für rote Köpfe. Hochuli liess nämlich auf Taschenmessern, die der Kanton an aus der Wehrpflicht zu entlassende Wehrmänner abgibt, ihren Namenszug aufprägen. Es gab Unmut, weil Gesundheitsdirektorin Hochuli, die gleichzeitig auch Militärdirektorin war, in letzterer Funktion anfänglich einige unglückliche Auftritte hatte. Aber gewiss auch, weil ihre Partei – anders als Hochuli selbst – die Armee abschaffen will. So gab es Wehrmänner, die das Taschenmesser liegen liessen, und nicht nach Hause nahmen.

Das mit dem Namenszug von Susanne Hochuli bedruckte Taschenmesser sorgte 2009 für heisse Köpfe.

Das mit dem Namenszug von Susanne Hochuli bedruckte Taschenmesser sorgte 2009 für heisse Köpfe.

Mit dem Wechsel im Departement Gesundheit und Soziales (DGS) zu Franziska Roth (SVP) ändert dies. Von Roth wusste man schon vorher, dass sie sich besonders freute, weil das Militär im DGS angesiedelt ist. Roth verabschiedete diese Woche erstmals eine Gruppe von Offizieren aus der Wehrpflicht, dankte ihnen für ihr Engagement, und überreichte ihnen das obligate Taschenmesser.

Jetzt nicht mehr im Aargaublau von Susanne Hochuli, sondern im Rot des Schweizerkreuzes. Der markanteste Unterschied besteht aber im Schriftzug. Auf einer Seite heisst es wie bisher: «Danke für Ihren Einsatz in der Armee», auf der andern aber neu: «Regierungsrat Aargau».

Jetzt bekommen die Wehrmänner ein Taschenmesser mit dem Aufdruck des Dankes der Aargauer Regierung.

Jetzt bekommen die Wehrmänner ein Taschenmesser mit dem Aufdruck des Dankes der Aargauer Regierung.

«Geschenk der Regierung»

Warum verzichtet Franziska Roth auf ihren Namenszug? DGS-Sprecherin Daniela Diener: «Die Taschenmesser, die beispielsweise an der Offiziersentlassung abgegeben werden, werden mit ‹Regierungsrat› angeschrieben. Frau Roth hat sich dagegen entschieden, ihren Namen aufdrucken zu lassen, da das Taschenmesser ein Geschenk der gesamten Aargauer Regierung, nicht nur der Militärdirektorin, sein soll.» Es gehe DGS-Vorsteherin Roth darum, nicht ihre Person, sondern den Kanton in den Vordergrund zu stellen.

Taschenmesser mit dem Aufdruck «Regierungsrätin Susanne Hochuli» hat das DGS übrigens laut Diener keine mehr, «da die Taschenmesser immer direkt im Vorfeld von Veranstaltungen bezogen wurden». Deshalb gebe es auch keine Lagerbestände.